Fury in the Slaughterhouse sind in die Jahre gekommen – trotzdem ließen sie ihre Fans in der Stadthalle kaum zu Atem kommen.

Fury in the Slaughterhouse sind in die Jahre gekommen – trotzdem ließen sie ihre Fans in der Stadthalle kaum zu Atem kommen.
Bei Fury in the Slaughterhouse blieb das Publikum nicht lange auf den Stühlen sitzen.

Bei Fury in the Slaughterhouse blieb das Publikum nicht lange auf den Stühlen sitzen.

Andreas Fischer

Bei Fury in the Slaughterhouse blieb das Publikum nicht lange auf den Stühlen sitzen.

Frontmann Kai Wingenfelder sagte klipp und klar: „Am 31. Dezember 2017 ist Schluss“. Gut, in der Musikgeschichte hat es immer schon unzählige Rücktritte von Rücktritten gegeben. In diesem Jahr ist es ja auch so, dass Fury in the Slaughterhouse anlässlich der Bandgründung vor 30 Jahren wieder auferstanden sind. Das hat sich wie ein Lauffeuer in ganz Deutschland herumgesprochen. Also ist es bei den drei Geburtstagsständchen vergangenen März in Hannover nicht geblieben. Seit vorgestern ist die Truppe auf Tournee, um ihr Klassentreffen überall im Land mit ihren Fans zu feiern.

Zweite Station war der seit Wochen restlos ausverkaufte Große Saal der Stadthalle. Lange bevor sich die Pforten öffneten, warteten die Fury-Freunde aus Nah und Fern geduldig draußen im kalten Dunkel. Sittsam betraten sie anschließend nach scharfen Eingangskontrollen - Leibesvisitation, Durchleuchtung aller Taschen - den Ort des Geschehens.

Pünktlich um 20 Uhr war es aber Schluss mit den Artigkeiten. Laut jubelnd wurden die sechs Furys plus Multiinstrumentalistin Anne de Wolff und Gitarrist Martin Huch als Verstärkung empfangen. „Little World“ war die erste Nummer, der die Stimmung sofort auf den Siedepunkt brachte. Nach ein paar Stücken war es endgültig vorbei mit bravem Sitzen auf den Stühlen.

„When I’m Dead And Gone“ war der Opener. Natürlich kannten alle zumindest den Refrain auswendig. Stehend wurde ekstatisch laut mitgesungen. Ähnlich zur Sache ging es etwa bei „Protection“ und „Radio Orchid“. Die Pfeifkonzerte und Jubelrufe nahmen an Lautstärke Ausmaße an, dass dagegen die fein ausgesteuerte Beschallungsanlage keine Chance mehr hatte.

Mehr als zwei Stunden spielten Fury in the Slaughterhouse

Im weiteren Verlauf gingen einmal die Lampen der Smartphones an und erleuchteten den Saal fast taghell. Bodenständiger, ehrlicher, akus-tischer Rock vom Allerfeinsten - mal ein wenig ruhig, mal richtig heavy fetzig - lieferten Fury ab. Man kam kaum zum Atem holen. Natürlich war auch ihr Hit „Won’t forget these days“ - nach wie vor die Hymne des Fußballvereins Hannover 96, mit dabei. Die Anhänger tobten und grölten wie im Stadion nach einem gewonnenen Spiel.

Anlässlich ihres runden Geburtstags haben die Furys sechs neue Stücke geschrieben - darunter „30 (It’s Not Easy)“ - und alte neu arrangiert. „Trapped Today, Trapped Tomorrow“, „When God Goes Homes“, „Dancing in the Sunshine oft he Dark“ und mehr. Mehr als 20 alte und neue Nummern, die auch auf ihrer jüngsten Doppel-CD „Little Big World“ enthalten sind, kamen absolut perfekt von der Bühne.

Die Furys mögen zwar in die Jahre gekommen sein. Kai Wingenfelder kokettierte auf einem Hocker sitzend damit. Doch vom ersten Ton an bis zum Schluss rockten alle gnadenlos ab. Dann kam auch noch kurz vor Ende des offiziellen Teils zur Freude aller als Support-Act Musikproduzent Jan Löchel auf die Bühne und setzte gesanglich und mit seiner akustischen Gitarre bei „Boys Don’t Cry“ noch eins drauf.

Nach vier Zugaben am Stück, nach einer zwei Stunden und 15 Minuten langen Party konnte man es sich einfach nicht vorstellen, dass ab Ende des Jahres wieder nichts von den Furys zu hören sein soll. Vielleicht gibt es ja weitere Klassentreffen, wenn ein durch fünf teilbarer Geburtstag ansteht. Die Fangemeinde wird die Band bis dahin bestimmt nicht vergessen haben.

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