Seit den Osterferien laufen in der Kita an der Hatzfelder Straße die Raumtrockner. Nach Arbeiten an Leitungen lief Wasser in die Räume. Der Schaden beträgt 150 000 Euro.

Seit den Osterferien laufen in der Kita an der Hatzfelder Straße die Raumtrockner. Nach Arbeiten an Leitungen lief Wasser in die Räume. Der Schaden beträgt 150 000 Euro.
Stefanie Heinze und Egon Sieben stehen in den noch nassen Räumen.

Stefanie Heinze und Egon Sieben stehen in den noch nassen Räumen.

Stefan Fries

Stefanie Heinze und Egon Sieben stehen in den noch nassen Räumen.

Hatzfeld. Es war kein Wasserrohrbruch, sondern eine Verkettung unglücklicher Umstände, die zu dem Wasserschaden in den Räumen des katholischen Kindergartens St. Konrad an der Hatzfelder Straße geführt hat. Egon Sieben, Mitglied im Kirchenvorstand und Kirchengemeindeverband, zeigt Fotos: „Hier tropft noch das Wasser aus den Lampen.“

In der Woche nach Ostern waren Ferien, die Kinder zu Hause und die Räume sollten neue Wasseruhren, Absperrventile und Rohre bekommen, daher wurde an dem Tag das Wasser abgedreht. Für die Putzfirma, die unerwartet ihren Dienst versehen wollte, kam kein Wasser aus der Leitung. Doch der Hahn wurde nicht wieder richtig zugedreht. Das Unheil nahm seinen Lauf. Denn nach Austausch der Uhren, Ventile und Rohre öffnete das zuständige Sanitärunternehmen die Wasserleitungen. Und das Wasser lief und lief.

Bemerkt hat Sieben das aber erst einen Tag später, als er wieder in den Kindergarten kam. „Das Wasser war überall, es lief die Treppe hinab und stand rund drei Zentimeter hoch im Turnsaal“, berichtet er. Das Krisenmanagement trat sofort zusammen. Leiterin Stefanie Heinze kam aus dem Urlaub. Eine Frage schwebte laut Sieben über allem: Was passiert jetzt mit den Kindern?

„Ich hatte erst die Hoffnung, einen Raum weiter nutzen zu können, denn hier sah es auf den ersten Blick nicht so schlimm aus“, erzählt Heinze. Doch daraus wurde nichts. Für die Woche nach den Ferien wurde eine Notgruppe für 16 Kinder im Kindergarten St. Maria Himmelfahrt in Nächstebreck eingerichtet.

„Die Räume sind zwar etwas kleiner, aber wir können unser Außengelände weiter nutzen.“

Stefanie Heinze, Leiterin

Auch eine Unterbringung in Containern sei überdacht worden, doch schnell bot sich der angrenzende Pfarrsaal von St. Konrad als Lösung an. Die meisten Eltern hätten sich sehr kooperativ gezeigt, berichtet Heinze. Viele Familien hätten mit angepackt, um die Räume kindgerecht herzurichten. Wichtig war noch die Zustimmung des Landschaftsverbands Rheinland und des Erzbistums Köln: Beide stimmten der Nutzung des Pfarrsaals zu. Auch das Wuppertaler Bauamt bewilligte den Umzug und genehmigte die angefragte Nutzungsänderung sofort und der Umzug konnte beginnen.

„Die Kinder fühlen sich wohl hier. Die Räume sind zwar etwas kleiner, aber wir können unser Außengelände weiter nutzen“, sagt Heinze erfreut. Durch die außerplanmäßige Belegung können die Pfarrräume derzeit allerdings nicht für andere Aktivitäten genutzt werden. „Unsere Senioren treffen sich daher im evangelischen Kirchenzentrum am Stahlsberg“, berichtet Sieben und betont die unkomplizierte ökumenische Zusammenarbeit im Kleinen.

Im Kindergarten laufen derweil seit Wochen die Trockner, um auch die letzten Feuchtigkeitsreste aus Boden und Wänden zu entfernen. Gespräche mit Versicherungen, Firmen und dem Erzbistum über das Ausmaß der anstehenden Renovierungsarbeiten wurden und werden noch geführt. Ein Großteil des Mobiliars musste entsorgt werden. Möbel, die noch zu gebrauchen sind, wurden eingelagert. Alles Kosten, die die Schadenssumme auf etwa 150 000 Euro belaufen lassen, schätzt Sieben. Noch brauchen alle Beteiligten, ob Kinder, Eltern oder Erzieher Geduld. Etwa zwei Wochen noch laufen die Trockner, vermutet Sieben. Dann muss eine Raumluftmessung gemacht werden, um eine Belastung mit Schimmelsporen auszuschließen. Erst wenn alles in Ordnung ist, kann renoviert und erneuert werden.

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