An der Nordbahntrasse entsteht für die Alte Feuerwache und den Kulturkindergarten ein Nutzgarten. Bereits am Bau sollen die Kinder und Jugendlichen beteiligt werden.

An der Nordbahntrasse entsteht für die Alte Feuerwache und den Kulturkindergarten ein Nutzgarten. Bereits am Bau sollen die Kinder und Jugendlichen beteiligt werden.
Rüdiger Theis (v.l.), Wolf Erlbruch, Jana Ihle, Brigitte Erlbruch, Joachim Heiss und Marketa Kolarova schauten sich auf dem Gelände des zukünftigen Nutzgartens um und stellten die Pläne vor.

Rüdiger Theis (v.l.), Wolf Erlbruch, Jana Ihle, Brigitte Erlbruch, Joachim Heiss und Marketa Kolarova schauten sich auf dem Gelände des zukünftigen Nutzgartens um und stellten die Pläne vor.

Andreas Fischer

Rüdiger Theis (v.l.), Wolf Erlbruch, Jana Ihle, Brigitte Erlbruch, Joachim Heiss und Marketa Kolarova schauten sich auf dem Gelände des zukünftigen Nutzgartens um und stellten die Pläne vor.

Elberfeld. Direkt an der Nordbahnstraße soll bald ein großer Nutzgarten für die Kinder der Alten Feuerwache und des Kulturkindergartens entstehen. Illustrator Wolf Erlbruch und Rüdiger Theis von der Winzig-Stiftung ermöglichten den Ankauf eines 2000 Quadratmeter großen Grundstücks. Dort soll nächstes Jahr Obst und Gemüse wachsen.

Noch bestimmt eine breite Erd- und Steinfläche das Gebiet. Doch der Vorbesitzer Aurelis hat versprochen, in den nächsten Tagen das Gelände zu räumen. Von der Nordbahntrasse aus gesehen befindet es sich direkt rechts neben dem täglich wachsenden Kulturkindergarten-Gebäude. In den nächsten Wochen soll der zwei Meter hohe Zaun um den zukünftigen Garten gezogen werden. „Der muss leider sein, um Vandalismus zu verhindern“, bedauert Joachim Heiß, Leiter der Alten Feuerwache.

Dann legt das Ingenieurbüro „Stadt und Natur“ direkt los. „An der Seite zur Nordbahntrasse wollen wir Erde aufschütten und Obstbäume pflanzen“, erklärt Planerin Marketa Kolarova. Ein rund eineinhalb Meter hoher Hügel soll das Gelände zur Trasse hin abschirmen und dem Auge Abwechslung bieten. „Dafür nehmen wir gerne Erdspenden an – etwa ausgehobener Mutterboden“, betont Marketa Kolarova.

„Wir wollen die Kinder nicht in ein fertiges Paradies setzen, sondern sie sollen mitbauen.“

Jana-Sophie Ihle, pädagogische Leiterin der Alten Feuerwache

Beim Pflanzen der Bäume können die Kinder der Alten Feuerwache schon mithelfen. In den Sommerferien bauen sie dann die Kästen für die Hochbeete. Diese sind etwa in der Mitte des Areals geplant. Dort können kleine und größere Kinder dann Radieschen, Salat und Möhren säen – und geraten nicht in Gefahr, auf junge Pflänzchen zu stapfen.

Direkt daneben soll es ein Rondell mit einer Feuerstelle geben. „Dort können die Kinder dann etwa Kräutertee oder Suppe kochen“, erklärt die Planerin. Tischgruppen gruppieren sich daneben. Auch ein Geräteschuppen mit einem Vordach ist vorgesehen. „Die Pergola können die Jugendlichen auch unter Anleitung bauen“, sagt Marketa Kolarova. „Wir wollen die Kinder nicht in ein fertiges Paradies setzen, sondern sie sollen mitbauen – wir werden wahrscheinlich zwei Jahre lang auf einer Baustelle gärtnern“, meint Jana-Sophia Ihle, pädagogische Leiterin der Alten Feuerwache. So erleben die Kinder und Jugendlichen den Erfolg ihrer eigenen Arbeit und fühlen sich verantwortlich dafür.

Neben den Obstgarten kommt der „Marmeladenhügel“ - ein terrassierter Hügel mit Beeren-Sträuchern. Auch ein großer Walnussbaum mit einer Liegewiese ist geplant. In einem Gewächshaus sollen empfindliche Früchte wie Paprika und Tomaten gezogen werden. Das Regenwasser des Hauses soll in einen unterirdischen Tank fließen und per Schwengelpumpe gezapft werden. Spalierobst und Stangenbohnen schirmen den hinteren Teil des Geländes ab.

Dort sollen dann Kompostkästen und Toiletten ihren Raum finden. Auch die Zufahrt für Lieferfahrzeuge befindet sich an dieser Stelle. „Unser Langzeitwunsch wäre dort ein Gartenhaus – da könnten wir auch mal übernachten“, träumt Heiß gleich weiter. Auf lange Sicht sollen auch die Eltern der Kinder und interessierte Stadtteilbewohner einbezogen werden. Das Organisationsteam könnte sich feste Öffnungszeiten unter Aufsicht vorstellen.

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