Der 54-Jährige bat wochenlang mit erfundenen Geschichten im Rhein-Kreis Neuss um Geld. Jetzt sitzt er in U-Haft.

Neuss. Mal kam ein 54 Jahre alter Wuppertaler als Ordensbruder einer niederländischen Kirchengemeinde, mal als Mitarbeiter einer karitativen Einrichtung daher. Und gut sechs Wochen lang nahmen ihm verschiedene Mitarbeiter der katholischen Kirche im Rhein-Kreis Neuss seine jeweilige Geschichte ab. Alles gelogen.

Man habe ihm die Brieftasche gestohlen, erzählte er in verschiedenen Pfarrbüros. Mehr als einmal gab man dem 54-Jährigen Geld. Laut Polizei eher kleine Beträge, die für eine Tankfüllung und ein warmes Essen reichte. Ein Polizei-Sprecher: "Der Mann hat voll auf die Tränendrüse gedrückt." Jetzt sitzt der Wuppertaler in U-Haft. Denn ganz so leichtgläubig, wie er dachte waren die frommen Rheinländer dann doch nicht. Die Geschichten vom falschen Ordensbruder aus Holland hatten sich längst herumgesprochen. In einem kircheninternen Rundschreiben wurden die Mitarbeiter gewarnt. 

Als der Wuppertaler diese Woche im Kaarster Pfarrbüro auftauchte und seine falsche Story erzählte, wurde heimlich die Polizei informiert. Die nahm den verdutzten 54-Jährigen wenig später fest. Der Mann ist hinlänglich bekannt. Gegen ihn liegen gleich mehrere Haftbefehle wegen Betrugs vor. Und: Der Toyota Corolla, mit dem der Wuppertaler - er war zuletzt ohne festen Wohnsitz - von Pfarrbüro zu Pfarrbüro unterwegs war, wurde im Juli dieses Jahres in der niederländischen Stadt Nimwegen gestohlen. Die Ermittlungen dauern an.

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