Bühnen: Premiere: Kinder begeisterten mit tollen Kostümen aus tausenundeiner Nacht.

 
Vergesslichkeit kann fatale Folgen haben. Da hatte der Kalif von Bagdad (Jevgenia Epifanoff) aus purer Langeweile dem ominösen Krämer (Moritz Jentgens) Schnupftabaksbüchse und Zauberwort abgekauft, um sich anschließend mit seinem Großwesir (Elena Mohr) in Störche zu verwandeln.

Doch die Rückverwandlung will nicht klappen - das Zauberwort "Mutabor" (lat, ich werde zurückverwandelt werden) fällt ihm partout nicht ein. Der prächtige Kalif bleibt ein Storch, ein anderer übernimmt an seiner Stelle den Job als König von Bagdad. Die einst von Wilhelm Hauff kunstvoll erdachte Märchengeschichte "Kalif Storch" hatte Josef Gabriel Rheinberger 1888 zum Singspiel namens "Das Zauberwort" umfunktioniert.

Und in einer straffen, 50-minütigen Aufführung brachte das am Samstag der Kinderchor der Wuppertaler Bühnen bei der Premiere in der Aula der Rudolf-Steiner-Schule schön zu Gehör. In prächtige Kostüme (Svenja Göttler) gehüllt, die sehr passend für ein Märchen aus tausendundeiner Nacht waren, sangen und spielten sich die Kinder durch die Geschichte, bei der es um den Kampf Gut gegen Böse geht und zum Schluss - natürlich!- den Bösen der Garaus gemacht wird.

In einer minimalistischen Kulisse, die als Quadrat mit nur angedeuteten Palastmauern quasi vor die eigentliche Bühne gezogen war, spielten die Kinder sehr ambitioniert ihre Rollen. Der weise Selim (Gregor Hildebrand) strich sich beim Nachdenken durch den angeklebten Bart, der falsche Kalif (Henning Silbernagel) raunte fies und übte diktatorische Posen und Lusa, die als Eule verzauberte Prinzessin (Klara Rudolph), versuchte sich mit Charme und Anmut und einer hübschen Maske, mit der sie auch im venezianischen Karneval hätte auftrumpfen können.

Zwar vertüddelte sie sich einmal im Text, ebenso wie der gesamte Chor an einer Stelle seinen Einsatz verpasste, dem Publikum aber schien das von Herzen gleichgültig zu sein. In den lang anhaltenden Schlussapplaus mischten sich anerkennende Pfiffe, die die Leistung honorierten, und das gesamte Ensemble zusammen mit der musikalischen Leiterin Jaume Miranda bekam mehrere Vorhänge und musste sich immer wieder verbeugen.

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