Schüler des Berufskollegs Werther Brücke berichten von ihren Erlebnissen während eines Austauschs im französischen Miramas.

Schüler des Berufskollegs Werther Brücke berichten von ihren Erlebnissen während eines Austauschs im französischen Miramas.
Der Kfz-Lehrer Johannes Ullke (links) und die angehenden Wuppertaler Kfz-Mechatroniker erlebten während des Austauschs zwei Wochen lang den französischen Berufsalltag.

Der Kfz-Lehrer Johannes Ullke (links) und die angehenden Wuppertaler Kfz-Mechatroniker erlebten während des Austauschs zwei Wochen lang den französischen Berufsalltag.

Stefan Fries

Der Kfz-Lehrer Johannes Ullke (links) und die angehenden Wuppertaler Kfz-Mechatroniker erlebten während des Austauschs zwei Wochen lang den französischen Berufsalltag.

Der Austausch in Frankreich wird den acht Schülern des Berufskollegs Werther Brücke sicher in Erinnerung bleiben. Drei Wochen (vom 17. September bis 8. Oktober) wohnten die angehenden Kfz-Mechatroniker gemeinsam mit vier Lehrern in einer Herberge in Miramas, nördlich von Marseille. In der ersten Woche wurde die Basis für den betrieblichen Austausch gelegt: Es wurde Französisch gepaukt. Bis auf zwei Schüler konnte keiner die Sprache sprechen.

Die Verständigung klappte mit Händen, Füßen und Fachwissen

Das stellte sich aber während des zweiwöchigen Praktikums in französischen Betrieben nicht als Handicap heraus. „In der Werkstatt haben wir uns mit Händen und Füßen verständigt“, sagt Christian Spiller, der im zweiten Lehrjahr ist. „Außerdem weiß man ja, dass man Bremsbeläge nicht aufs Dach schraubt“, sagt der Berufsschüler Tobias Kunzelmann. In den französischen Werkstätten sei schnell klar gewesen, dass die Ausbildung in Frankreich weniger praxisnah abläuft. „Während in Deutschland die Ausbildung im Betrieb stattfindet, werden die Schüler in Frankreich hauptsächlich an der Berufsschule ausgebildet“, erklärt Johannes Ullke, Kfz-Lehrer und Initiator des Austauschs. Er hat den Austausch organisiert, damit die Schüler Europa selbst erleben können.

Das haben sie während der Arbeit hautnah. „Da ist alles anders“, heißt es auf die Frage, wie in Frankreich gearbeitet wird. Christian Spiller sagt: „Es wird etwas ruhiger gearbeitet.“ Pro Tag insgesamt eine Stunde weniger als in Deutschland, hinzu kommt eine zweistündige Mittagspause, die zum französischen Savoir-Vivre gehört. Die Einstellung „Wenn es nicht heute fertig wird, dann halt morgen“, stieß nicht nur bei Deniz Tün auf Verwunderung.

„Anfangs hat es vielleicht etwas Gutes, wenn es nicht so stressig ist“, sagt Tobias Kunzelmann. „Aber das ist zu langsam, man möchte ja was tun. Da kommt man ja gar nicht in Wallung.“ Christian Spiller findet, dass die Betriebe in Frankreich nach Methoden arbeiten, die technisch nicht korrekt sind. Er ist überzeugt, dass man das hier nicht machen würde.

Die französischen Betriebe hätten deutsche Schüler übernommen

„Ein Großteil der Betriebe hat uns gezeigt, dass sie die Jugendlichen aus Deutschland sofort übernommen hätten“, sagt Dr. Stefan Michels, der als Französischlehrer die Gruppe begleitet hat. Die Schüler seien zum Abschied mit Geschenken überhäuft worden. Aber auch die Lehrer ziehen ein positives Fazit. „Acht Schüler sind eine gute Gruppe. Es war schön zu sehen, was die Schüler an Erfahrung mitgenommen haben“, sagt Ullke. Als junger Erwachsener festzustellen, dass man so nicht arbeiten möchte, sei doch ein Gewinn.

Von 80 Kfz-Schülern des dritten Lehrjahrs konnten nur acht Schüler am Austausch teilnehmen. Die Wuppertaler Betriebe wollten nicht mehrere Wochen auf ihre Arbeitskräfte verzichten. Finanziert wurde der Austausch durch das Deutsch-Französische Sekretariat, das den Flug, die Unterkunft und eine Tagespauschale bezahlt hat. Im März ist der Gegenbesuch der französischen Berufsschüler geplant.

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