Am 4. Dezember starb eine 56-Jährige. Noch ist unklar, wer die Kosten für die Beerdigung der Sozialhilfeempfängerin begleicht.

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Wuppertal. Für Christel Henke (69) ist es doppelt traurig: Ihre Schwester Brigitte Buscetta ist am 7. Dezember gestorben, aber bis heute ist die 56-Jährige noch nicht beerdigt worden. Brigitte Buscetta hat zwei Söhne, ist geschieden und lebte zuletzt allein. Sie war auf Zahlungen vom Sozialamt angewiesen.

Jetzt gibt es offenbar niemanden, der für die Beerdigung der 56-Jährigen aufkommen kann. "Ich habe selbst kein Geld, ich lebe von einer kleinen Rente", erklärt Christel Henke, warum sie nicht für die Bestattung ihrer verstorbenen Schwester zahlen kann. "Das macht mich ganz schön fertig, dass sie immer noch nicht anständig beerdigt wurde", sagt Henke. "Das hätte sie doch wirklich verdient." Sie habe auch zu einem der Söhne ihrer Schwester Kontakt aufgenommen, aber auch er hat offenbar kein Geld, um seine Mutter bestatten zu lassen.

Auf Nachfrage bei der Stadt erklärt Sprecherin Kathrin Petersen, wie und unter welchen Bedingungen eine Sozialbestattung funktioniert: Wer zu Lebzeiten Sozialleistungen bezieht, bekommt nicht automatisch eine Sozialbestattung. "Zuerst müssen die Einkommensverhältnisse der Angehörigen wie Kinder und Geschwister überprüft werden", erklärt Petersen. Dafür müssten alle Unterlagen eingereicht und untersucht werden.

Grundsätzlich dürfe die Stadt für eine Beerdigung nicht in Vorleistung treten, bevor die Kostenübernahme geklärt sei. Die Stadt bemühe sich aber immer um eine möglichst schnelle Regelung, unter anderem auch, weil die Lagerung der Verstorbenen zusätzliche Kosten produziere. Zu Verzögerungen - wie in dem aktuellen Fall - kann es dann kommen, wenn die Angehörigen nicht aufgefunden werden, noch nicht alle erforderlichen Unterlagen vorliegen oder aber, wenn noch nicht eindeutig geklärt ist, welches Sozialamt zuständig ist.

Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Sozialbestattungen in Wuppertal deutlich zugenommen, über 100 Anträge auf eine teilweise oder die komplette Kostenübernahme wurden bewilligt, so die Stadt. Das liegt unter anderem daran, dass es keinen Krankenkassenzuschuss mehr für Beerdigungen gibt und daran, dass immer weniger Menschen zu Lebzeiten eine Sterbeversicherung einrichten. Pro Quartal sind im vergangenen Jahr rund 1000 Menschen in Wuppertal verstorben.

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