Kaya Yanar gastiert am Donnerstag ab 20 Uhr in der Stadthalle. Die WZ sprach mit ihm über Klischees, Dialekte und Wuppertal.

Kaya Yanar
Der Comedian Kaya Yanar kommt mit seinem neuem Programm am Donnerstag in die Stadthalle.

Der Comedian Kaya Yanar kommt mit seinem neuem Programm am Donnerstag in die Stadthalle.

Nadine Dilly

Der Comedian Kaya Yanar kommt mit seinem neuem Programm am Donnerstag in die Stadthalle.

Wuppertal. Kaya Yanar ist ein deutscher Komiker, der mit seiner Ethno-Comedy bekannt wurde. Am Donnerstag ist er mit seinem Programm „Planet Deutschland“ zu Gast in der Stadthalle. Mit der Westdeutschen Zeitung sprach er über deutsche Marotten, fehlende Schwebebahnerfahrung und über Religionsvielfalt.

Herr Yanar, in Ihrer Sendung „Kayas Woche“ hat man sich damit beschäftigt, dass in Wuppertal die dümmsten Menschen des Landes leben sollen.

Yanar: Also, das kann ich nicht bestätigen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Meine Maskenbildnerin, die mich sehr über 13 Jahren maskiert, lebt in Wuppertal und fühlt sich da sehr wohl.

Dann sind Sie bestimmt doch schon einmal Schwebebahn gefahren, oder?

Kaya Yanar: Leider noch nicht. Aber ich habe einmal einen historischen Wagen gesehen, da wäre ich gerne mitgefahren.

Kaya Yanar wurde am 20. Mai 1973 in Frankfurt am Main geboren. Seine Eltern sind türkisch-arabischer Herkunft. Der Komiker und Fernsehmoderator unterstützt die Tierrechtsorganisation Peta – zu deren Hauptthemen zählen Pelzhandel sowie die vegane Ernährung.

Berühmt wurde Yanar mit seiner Comedysendung „Was guckst du?“, die erstmals im Jahr 2001 ausgestrahlt wurde. Er hat bereits sieben Programme auf die Bühne gebracht, für die er unter anderem den Deutschen Fernsehpreis sowie den deutschen Comedypreis erhielt.

Werden Sie es denn ausprobieren, wenn Sie hier sind? Ist ungefährlich.

Yanar: Ich versuche, es zu schaffen. Aber ich war schon einmal im botanischen Garten. Der ist großartig.

Kennen Sie ein typisches Vorurteil über Wuppertal?

Yanar: Ein typisches Vorurteil kenne ich nicht. Ich weiß aber, dass Wuppertal eine sehr multikulturelle Stadt ist, die die größte Religionsvielfalt hat - und das ohne große Zwischenfälle. Das ist super.

Ihr aktuelles Programm thematisiert, was typisch deutsch ist. Wie schaffen Sie es, aus einem Thema immer wieder ein neues Programm zu schaffen?

Yanar: Ich erzähle meine Version von Deutschland. Es ist so aufgebaut, dass ich die Klischees entweder hinterfrage, auflöse oder bestätige. Man kann stolz auf Deutschland sein, aber dann auf eine schöne, lustige und nicht auf eine komisch-teutonische Art.

Kennen Sie ein Wort in Wuppertaler Platt?

Yanar: Nee, aber ich rufe die Leute in meiner Show gerne kurz vor der Pause dazu auf, mir auf meiner Facebook-Seite Regiolekte oder Dialekte beizubringen, die ich versuche, in die zweite Hälfte des Programms einzubauen. Das gelingt mal mehr, mal weniger.

Welcher deutsche Dialekt ist Ihnen denn der Liebste?

Yanar: Natürlich mein eigener, der Hessische. Immer, wenn ich Leute hessisch reden höre, erinnert mich das an die Heimat und mir wird wohlig warm ums Herz.

Welche Ihrer Eigenschaften würden Sie als typisch deutsch bezeichnen?

Yanar: Eine ganze Menge: Ordnungsliebend, schnell Autofahren und dabei schimpfen, Ungeduld und das Interesse an anderen Kulturen.

Welchen Rat würden Sie den Flüchtlingen beim Umgang mit den Deutschen Marotten geben, wenn Sie könnten?

Yanar: Das Wichtigste ist einfach, die Sprache und letztlich auch den deutschen Verhaltenskodex zu lernen. Natürlich gibt es da draußen immer wieder Torfköpfe, die einen einfach nicht mögen. Aber ich bin mir sicher, dass da draußen immer noch eine vernünftige Mehrheit ist.

Inwiefern kann man Deutschland als Planeten bezeichnen?

Yanar: Der Gedanke ist, dass wir in Deutschland so viele verschiedene Kulturen haben, dass man das als Planeten bezeichnen kann.

Wie gehen Sie damit um, wenn jemand kritisiert, dass ein Deutschtürke deutsche Klischees benennt?

Yanar: Klischees sind nun mal eine geartete Abbildung der Realität, die wir im Kopf haben, weil wir nicht alles und jeden kennen. Klischees können dabei positiv wie auch negativ sein.

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