Alte Dame spendete 50.000 Euro als Startkapital.

Die katholische Kirche in Wuppertal (hier Herz Jesu) beschreitet neue Wege.
Die katholische Kirche in Wuppertal (hier Herz Jesu) beschreitet neue Wege.

Die katholische Kirche in Wuppertal (hier Herz Jesu) beschreitet neue Wege.

Andreas Fischer

Die katholische Kirche in Wuppertal (hier Herz Jesu) beschreitet neue Wege.

Wuppertal. Die Kirchensteuern sind rückläufig, in den vergangenen Jahren mussten in Wuppertal Kindergartengruppen geschlossen werden und Häuser verkauft oder vermietet werden. Kurz: Den Gemeinden fehlt Geld. Aus diesem Grund hat die Katholische Kirche jetzt die Stiftung Seelsorge gegründet, die ihren Sitz beim Pfarramt Herz Jesu in der Ludwigstraße hat. Den Anstoß dafür gab eine ältere Dame aus Wuppertal mit einem Gründungskapital von 50.000 Euro. Darüber hinaus sind schon jetzt mehrere weitere - zumeist private - Zustiftungen zugesagt, unter anderem die stolze Summe von 130.000 Euro, wie Pfarrer Michael Grütering aus dem Vorstand bestätigte.

"Unser Ziel ist es, Finanzmittel zu sichern, damit die Seelsorge in allen Gemeinden erhalten bleibt", sagt Grütering. Das Geld solle unter anderem in die Kirchenmusik, die Seniorenarbeit und beispielsweise auch in die Grabpflege von alleinstehenden Gemeindemitgliedern fließen. Jeder Stifter könne einen Verwendungszweck angeben. Denkbar sei auch, dass mit den Spenden einzelne Gemeindezentren oder Kindergärten unterstützt werden. "Das ist sehr wichtig für die Identifikation", erklärte Theo Beer aus der Gemeinde Christ König. Das Geld solle möglichst breit in der gesamten Stadt verteilt werden. Für 2010 ist außerdem geplant, eine gemeinsame Wallfahrt nach Rom für einige Gruppenleiter zu subventionieren.

"Wir alle sind Kirche. Die Zeiten haben sich geändert, in denen wir und mit dem Versorgungsgedanken entspannt zurückziehen können. Schließlich kann die Diözese nur das Geld ausgeben, was sie habe", erklärte Theo Beer die Notwendigkeit der Stiftungsgründung aus seiner Sicht.

Rechtlich ist die Stiftung Seelsorge eine selbstständige Stiftung. Die Stiftung ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt und deshalb berechtigt, Zuwendungsbescheinigungen auszustellen. Die Stiftung darf die anfallenden Zinsen nur an Kirchengemeinden auszahlen.

Die erste Stifterin hat für den Vorstand drei Personen bestellt: Theo Beer aus der Gemeinde Christ König, Pfarrer Michael Grütering (Herz Jesu) und Volker Tacke aus St. Antonius. Aus jedem Pfarrverband soll eine Person für das Kuratorium arbeiten. Stadtdechant Bruno Kurth istgeborenes Mitglied. Infos unter Ruf 698100 beim Pfarramt Herz Jesu.

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