An der Großbaustelle für das umstrittene Jugendgefängnis lässt das Land jetzt Biotop-Zonen herrichten.

Rohbau im Schnee: Blick auf die Großbaustelle für das neue Jugendgefängnis auf den Südhöhen.
Rohbau im Schnee: Blick auf die Großbaustelle für das neue Jugendgefängnis auf den Südhöhen.

Rohbau im Schnee: Blick auf die Großbaustelle für das neue Jugendgefängnis auf den Südhöhen.

Andreas Fischer

Rohbau im Schnee: Blick auf die Großbaustelle für das neue Jugendgefängnis auf den Südhöhen.

Wuppertal. Während sich am neuen Jugendgefängnis auf den Südhöhen weiterhin die Geister scheiden, gehen die Bauarbeiten dort in die nächste Runde: Wie die Stadt mitteilt, lässt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes NRW als Bauherr nun Biotop-Flächen herrichten, die auf Dauer dem Naturschutz und der Naherholung dienen sollen.

Nach Angaben der Stadt werden auf dem Scharpenacken derzeit "Streuobstwiesen neu bepflanzt und rund 8000 Quadratmeter asphaltierte oder betonierte Fläche wieder zur Wiese umgewandelt." Hinzu komme, dass man Bachläufe, die bislang durch Rohre geführt wurden, jetzt freilegt und wieder in die natürliche Umgebung einpasst.

Und auch ein neuer Zaun wird errichtet, um eine weitere Wiese als Ruhezone für Vogelarten auszuweisen und diese entsprechend zu schützen. Mit Blick darauf, dass es gerade die Zäune sind, die auf dem Scharpenacken immer wieder für Diskussionen sorgen, betont die Stadt eine "gute Nachricht für Spaziergänger: Die vorhandenen Wege bleiben auch hier - wie schon bei den bisher eingezäunten Bereichen - erhalten."

Die Grasflächen sollen durch Schafe kurz gehalten und nur in Ausnahmefällen nachgemäht werden. Hinzu komme mit Blick aufs Frühjahr, dass Nadelbäume durch Laubbäume ersetzt werden. Um Platz für eine Wiese schaffen, werden in der Nähe des Eingangstores am Scharpenacker Weg außerdem Bäume gefällt.

Mit Blick auf die anhaltende Kritik betonen Stadt und Land, dass es das erklärte Ziel aller Ausgleichsmaßnahmen sei, "Lebensräume von Tieren und Pflanzen zu sichern." Die Einzäunung der Wiesen im vergangenen Jahr ermögliche Ruhezonen für Vogelarten und artenreiche Wiesen. Bei vorhandenen Eichen- und Buchenwälder verzichte man auf forstwirtschaftliche Nutzung - wobei es entlang der ehemaligen Panzerstraße es allerdings dazu kommen kann, dass Bäume gefällt werden, um den Verkehr zu sichern. Jenseits dessen geht die juristische Auseinandersetzung um die JVA weiter.

Die Gesamtbaukosten liegen nach Angaben des Landes bei gut 124 Millionen Euro. Errichtet wird ein Komplex mit einer Geschossfläche von 49 000 Quadratmetern. Das Richtfest ist für den 18. März angesetzt - und der Abschluss des Innenausbaus Ende 2010. Danach geht die Anlage Anfang 2011 erst einmal in den Testbetrieb.

Nach Angaben des Landes werden insgesamt 510 Häftlinge ab 2011 in der neuen JVA untergebracht. Hinzu kommen 250 Mitarbeiter.

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