Land zieht Einrichtungen von der Hardt und aus Haan zusammen – Baufeld wird untersucht.

Ronsdorf
Baufeld: Auf der Baustelle an der Parkstraße stehen Maschinen für Erdarbeiten bereit.

Baufeld: Auf der Baustelle an der Parkstraße stehen Maschinen für Erdarbeiten bereit.

Andreas Fischer

Baufeld: Auf der Baustelle an der Parkstraße stehen Maschinen für Erdarbeiten bereit.

Ronsdorf. Die Zahlen sprechen für sich: Bevor es an den Rohbau der neuen Justiz- und Finanzschulen an der Parkstraße geht – sie sollen Ende 2014 fertig sein und gut 47 Millionen Euro kosten – muss jetzt massenhaft Erde bewegt werden. Gut 30.000 Kubikmeter Boden fallen an. Am morgigen Mittwoch beginnt der Aushub.

Wie der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) auf WZ-Nachfrage berichtet, wurde auch dieses Baufeld vor der Errichtung des neuen Jugendgefängnisses in Ronsdorf auf Kampfmittel und archäologische Fundstücke hin abgesucht. Und es wird auch jetzt wieder abschnittsweise in Augenschein genommen. Das Interesse richtet sich nicht nur auf Munition oder Bomben: Wie der BLB berichtet, ist das Areal an der Parkstraße von geologischem Interesse, nachdem in der Baugrube der JVA seinerzeit etliche Krebse aus der Urzeit gefunden worden sind. Deren Spuren reichen gut 390 Millionen Jahre zurück.

Suche nach Kampfmitteln und seltenen Fossilien

Federführend ist hier der Geologische Dienst des Landes NRW, der die versteinerten Conchostraken in der JVA-Baugrube damals in Augenschein genommen hat – wie Christa Bohl vom BLB berichtet. „Weltweit gibt es nur etwa zehn Fundstellen mit einem ähnlich hohen Conchostraken-Aufkommen“ – so fasste es der BLB seinerzeit in einem Untersuchungsbericht nach dem Fossilienfund in Ronsdorf zusammen. Er belegt auch, dass die Region in der erdgeschichtlichen Phase des Mitteldevon ein Flussdelta in Meernähe war.

Ein Teil des Bodenaushubs – er ist nach Angaben der Bauleitung frei von Altlasten – wird per Lkw abtransportiert und der Rest wieder im Gelände verbaut. Nach Fertigstellung der beiden Landesschulen steht eine Reihe von Umzügen an: Bislang ist die NRW-Justizvollzugsschule in Landesgebäuden der früheren Pädagogischen Hochschule am Dietrich-Bonhoeffer-Weg untergebracht – in Nachbarschaft der Hardt-Anlagen. In der Haan ist derzeit noch die Landesfinanzschule angesiedelt – zur Ausbildung von Personal der NRW-Steuerverwaltung.

Durch den Zusammenzug beider Einrichtungen auf den Südhöhen will das Land Geld sparen – etwa durch die gemeinsame Nutzung von Mensa-, Schulungs- und Verwaltungsräumen. Insgesamt 540 Schüler werden dort unterrichtet und wohnen – so dass auch bei deren Unterkunft zusammengearbeitet wird. Wie die dann leerstehenden Gebäude des Landes in Haan und Elberfeld genutzt werden, ist laut BLB noch offen. Möglich wäre auch deren Verkauf.

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