Komplett über private Spenden und Stiftungen wurden die Kosten in Höhe von fünf Millionen Euro gestemmt. Am Samstag wird das Gebäude in Wuppertal offiziell eröffnet.

Leuchtturmprojekt
Forscher von morgen: An der Junior-Uni können Kinder ihre Neugier ausleben und werden gefördert.

Forscher von morgen: An der Junior-Uni können Kinder ihre Neugier ausleben und werden gefördert.

Andreas Fischer

Forscher von morgen: An der Junior-Uni können Kinder ihre Neugier ausleben und werden gefördert.

Wuppertal. Kinder soll man nicht warten lassen: Diesen Vorsatz haben die Erbauer der Junior-Uni beherzigt und in Rekordzeit den Neubau für die bundesweit einzigartige Bildungseinrichtung in Wuppertal vollendet. Jährlich werden rund 4700 Kinder und Jugendliche aus dem Bergischen Land in speziellen Veranstaltungen vor allem für Mathematik, Natur, Technik und Nachhaltigkeit begeistert. Stolz sind die Erbauer der Junior-Uni, dass sie als private Bildungseinrichtung für den Neubau keine Steuern in Anspruch nehmen mussten. Sogar das Grundstück wurde der Stadt abgekauft.

15 neue Seminarräume und vier Labore stehen bereit

Vor einem Jahr wurde der Grundstein gelegt, am Samstag wird die Eröffnung gefeiert. Vor allem für die jungen Studenten ab vier Jahren ist dies ein Tag der Freude, denn sie werden mit ihren Dozenten aus einer alten Fabrik in die 15 Seminarräume und vier Labore des fünf Millionen Euro teuren Neubaus umziehen.

Als die Junior-Uni vor fünf Jahren den Betrieb aufnahm, war diese rasante Entwicklung noch nicht abzusehen. Die Stadt Wuppertal hatte gerade ein Sparkonzept aufgelegt, und in vielen Bereichen der Stadt regierte der Rotstift.

„Wir wollen in einem vernünftigen Tempo wachsen.“

Ernst-Andreas Ziegler, Geschäftsführer

 Doch Ernst-Andreas Ziegler, Geschäftsführer und Mitinitiator der Junior-Uni, führte seine Vision unbeirrt weiter, indem er auf den ausgeprägten Bürgersinn und die soziale Verantwortung der Wuppertaler baute. Er wurde nicht enttäuscht oder gar allein gelassen, denn im Verlauf der Jahre engagierten sich immer wieder Vereine, Firmen Privatleute und Stiftungen für das ehrgeizige Projekt.

Zumal sich das pädagogische Konzept als Volltreffer erwies. Während sich viele Universitäten nur über Tage und Wochenenden sowie in den Ferien für Kinder und Jugendliche öffnen, gibt es an der Junior-Uni Sommer- und Wintersemester sowie Ferienkurse – bei zivilen Studiengebühren von fünf bis zehn Euro je Kursus. Untersuchungen der Bergischen Universität haben ergeben, dass die Junior-Uni auch viele Kinder aus bildungsfernen Schichten lockt.

Betrieb der Junior-Uni ist auf Jahre hin abgesichert

Gesellschafter der zum Betrieb der Junior-Uni gegründeten „Kinder- und Jugenduniversität gGmbH“ sind die Jackstädt-Stiftung, die E/D/E-Stiftung sowie der Förderverein der Wuppertaler Kinder- und Jugenduniversität für das Bergische Land. Die Finanzierung des Betriebs der Junior-Uni ist auf Jahre hinaus gesichert.

„Uns war von der Stadt Wuppertal angeboten worden, in eine leere Schule zu ziehen, doch das wäre das falsche Signal gewesen. Der Neubau steht für Aufbruchstimmung und die Zukunft unserer Stadt. Diese Strahlkraft hätte von einem modernisierten Schulgebäude niemals ausgehen können“, sagt Ziegler. Nun tritt er selbst ein wenig auf die Euphoriebremse. „Wir wollen in dem neuen Gebäude in einem vernünftigen Tempo wachsen.“

 

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