Künstler Jürgen Grölle ist von Anfang an dabei, kam aber eher zufällig zur Junior Uni.

Künstler Jürgen Grölle ist von Anfang an dabei, kam aber eher zufällig zur Junior Uni.
Jürgen Grölle lässt auch im Kurs „Spiegel der Gefühle – Mimik ergründen, Schicht für Schicht“ Studenten wie Josephine (11) viel selbst ausprobieren.

Jürgen Grölle lässt auch im Kurs „Spiegel der Gefühle – Mimik ergründen, Schicht für Schicht“ Studenten wie Josephine (11) viel selbst ausprobieren.

Junior Uni/Wilfried Kuhn

Jürgen Grölle lässt auch im Kurs „Spiegel der Gefühle – Mimik ergründen, Schicht für Schicht“ Studenten wie Josephine (11) viel selbst ausprobieren.

„Ich kenne das Junior Uni-Gebäude noch aus der Zeit, als hier noch Kabel aus der Wand hingen.“ Jürgen Grölle ist Dozent der ersten Stunde. Seit zehn Jahren gibt der heute 59-jährige Künstler, Galerist und Musiker Kurse an der Junior Uni. In seinen Kursen baut er mit den Kindern zum Beispiel selbst Flugobjekte oder ergründet mit ihnen die menschliche Mimik.

Dabei sei es Zufall gewesen, dass er Dozent an der Junior Uni wurde. Grölle arbeitete damals am Logo der neuen Einrichtung mit und wurde dann gefragt, ob er nicht auch Kurse geben wolle. „Ich hatte damals viele Projekte mit schwer vermittelbaren Jugendlichen gemacht.“ Eine neue Aufgabe in der Arbeit mit Jugendlichen habe ihn da sehr gereizt.

Das habe auch daran gelegen, dass er sich seit jeher für die Verbindung von Kunst und Wissenschaft interessiere. Nach einer Ausbildung zum Elektroanlagenelektroniker hat Grölle Kommunikationsdesign, Freie Kunst, Malerei und Aktionskunst studiert. Auch das Lehren spielte danach bereits eine Rolle: Grölle hatte unter anderem eine eigene Zeichen- und Malschule. Mit der Lehrtätigkeit bei der Junior Uni ließ sich dann Kunst und Wissenschaft auf ganz besondere Weise miteinander verbinden.

„Die Junior Uni bietet einen Ansatz, den ich selbst gerne als Kind gehabt hätte: Lust, Spielerisches und Freude am Lernen“, sagt Grölle. Er selbst setzt zum Beispiel darauf, komplexe naturwissenschaftliche Zusammenhänge erfahrbar zu machen. Im Kurs über Farben dürfen die Kinder selbst mal in frische Rote Beete reinbeißen.

„Die kennen viele Kinder nur aus dem Glas.“ Eltern und Erzieher guckten da manchmal komisch, doch für die Kinder sei das großartig: „Sie haben dann das pure Glück in den Augen – und darum geht es“, sagt Grölle. Hinzu kämen die „Wow-Effekte“, wenn sie durch ihre Neugier Entdeckungen machten.

Dozent schätzt die Fehlerkultur

Der Künstler schätzt es außerdem sehr, dass Fehler zu machen in den Kursen eine weitere wichtige Erfahrung sei, die gemacht werden darf und soll. „Die ganze Evolution basiert auf einer Entwicklung mit Fehlern.“ Grölles Motto: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Das habe schon Kolumbus beherzigt, der mit seinem Schiff in See stach, obwohl er Angst gehabt haben musste, von der Erdscheibe herunterzufallen, wie die Christen damals behaupteten.

Grölle geben die Kurse an der Junior Uni selbst viel Energie. „Deshalb mache ich das auch heute noch.“ Und neben seinen Erfolgskursen kämen ihm immer wieder mal Ideen für neue Kursinhalte. Dabeibleiben will Grölle auf jeden Fall: „Ich hoffe, dass es noch lange weitergeht.“

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