Viele Sternsinger sind wieder unterwegs. Vier Langerfelder fahren nach Brüssel.

Langerfeld/Beyenburg/Wuppertal. Das war eine gute Nachricht: In den ersten Wochen des vergangenen Jahres sind in zahlreichen Gemeinden in Wuppertal wieder die Sternsinger unterwegs gewesen. Unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein“ haben sie den Segen in die Häuser getragen und Spenden für notleidende Kinder gesammelt. Das Geld war im vergangenen Jahr für die Philippinen bestimmt und die Sammelaktion ein voller Erfolg: In Wuppertal waren im vergangenen Jahr insgesamt 72 869,93 Euro zusammengekommen. 2015 waren es 69 137,11 Euro.

Nun ist ein Jahr vergangen, und wieder sind Sternsinger aus der ganzen Stadt unterwegs. Während es 2016 die Philippinen waren, so heißt das Partnerland der diesjährigen Aktion Kenia. Kardinal Rainer Maria Woelki hatte die Sternsingeraktion für das Erzbistum Köln mit einer Aussendungsfeier unter Beteiligung tausender Sternsinger im Kölner Dom eröffnet, darunter waren auch etliche Wuppertaler.

Das Motto: „Gemeinsam für Gottes Schöpfung in Kenia und weltweit

Vier junge Sternsinger aus Langerfeld freuen sich ganz besonders auf die nächste Woche. Sie kommen aus der katholischen Kirchengemeinde St. Raphael und werden am 10. Januar das Europäische Parlament in Brüssel besuchen – als einzige Sternsinger aus ganz Deutschland.

Emily, Benedict, Julian und Andreas, zwischen 12 und 15 Jahre alt, verbringen eine Nacht in Belgien, um sowohl das EU-Parlament als auch die europäische Bischofskonferenz zu besuchen und dort ihren Segen zu lassen. Das tun sie mit einer besonderen Intention: „Es geht um die Botschaft, sich gegen die Erderwärmung und den Klimawandel stark zu machen“, sagt Organisatorin Ursula Tigges. „Dort wird diese Botschaft viele erreichen“, so Julian. Verkleidet als drei Könige und ein Sternträger werden sie den Segen nach Brüssel bringen.

Die vier gehören zu jenen Sternsingern, die am längsten in Langerfeld dabei sind. Emily zum Beispiel gehört schon seit neun Jahren zu ihnen. „Ich finde es wichtig, vielen Kindern in Not zu helfen“, sagt sie. Auch für Andreas ist es „eine große Verantwortung“, wie er sagt. Ihm sei es wichtig, dass alle Kinder die Möglichkeit bekämen, zur Schule zu gehen und genügend Essen zu haben. Es ist nicht das erste Mal, dass die Sternsinger von St. Raphael wichtige Institutionen besuchen: In den vergangenen Jahren waren einige von ihnen bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin und bei Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue. Dadurch haben sie auch die Gelegenheit bekommen, nun im EU-Parlament zu singen, erklärt Tigges.

Außer den Langerfeldern werden noch Sternsinger aus Belgien, Rumänien, Ungarn und Österreich in Brüssel sein. „Gemeinsam für Gottes Schöpfung in Kenia und weltweit“ heißt das Motto für die Sternsinger in diesem Jahr.

Großes Tradition hat das Sternsingen auch im Stadtteil Beyenburg. Seit vielen Jahrzehnten ist es Brauch, dass die Sternsinger genau am 6. Januar als Caspar, Melchior und Balthasar durch den Ort ziehen. Nicht in jedem Jahr finden sich dafür viele Gruppen. Doch es gibt nicht nur im Wuppertaler Osten immer mehr Erwachsene, die sich den Besuch der Sternsinger wünschen.

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