Die beiden 17-Jährigen Julia Gray und Soufian Goudi gehören seit zwei Jahren dem Wuppertaler Gremium an.

interview
Soufian Goudi und Julia Gray engagieren sich im Wuppertaler Jugendrat.

Soufian Goudi und Julia Gray engagieren sich im Wuppertaler Jugendrat.

Andreas Fischer

Soufian Goudi und Julia Gray engagieren sich im Wuppertaler Jugendrat.

Weshalb seid ihr im Jugendrat?

Julia Gray: Schon relativ früh, als ich 15 Jahre alt war, habe ich mich für politische Zusammenhänge und Sozialwissenschaften interessiert. Es hat mir nicht gepasst, dass in den meisten Gremien über die Köpfe der Jugendlichen hinweg entschieden wird. Ich wollte mitbestimmen. Und da ich häufig nicht wusste, wie ich meine Freizeit sinnvoll gestalten kann, kam mir der Jugendrat als eine sinnvolle Alternative vor, um das sonst so begrenzte Angebot zwischen Fußball und Ballett zu verlassen.

 

Soufian Goudi: Ich bin gerne derjenige, der etwas sagt und meckert. Aber wer meckert, muss sich auch engagieren und etwas verändern wollen. Da führte der Weg direkt zum Jugendrat.

 

Die Mitglieder des Wuppertaler Jugendrates (WJR) sind zwischen 14 und 18 Jahren alt. Sie setzen die Ideen und Wünsche von Kindern und Jugendlichen durch und sind ein Bindeglied zwischen Schule und Politik.
 

Was genau steckt hinter dem Begriff Jugendrat?

Julia Gray: Wir vertreten auf gesamtstädtischer Ebene die Interessen und Wünsche von Jugendlichen und Kindern. Das kann so aussehen, dass wir mit Kindern und Jugendlichen über ihre Probleme sprechen. Wir haben eine Art virtuellen Brief- und Kummerkasten. Da kommt alles rein, was die Jüngeren zu sagen haben und wir versuchen damit umzugehen.

„Wer meckert, muss sich auch engagieren und etwas verändern wollen.“

Soufian Goudi

Soufian Goudi: Außerdem sind wir der direkte Draht zur Politik. Wir organisieren Gespräche mit wichtigen Vertretern und versuchen so, den Austausch zwischen Jugend und Politik zu wahren.

 

Die Interessen der jungen Leute stehen im Vordergrund. Sind das inhaltlich Schule, Sexualität und Familie?

Julia Gray: Das kann alles Mögliche sein. Ein großes Thema ist allerdings die Freizeitgestaltung. Deshalb haben wir Projekte entwickelt, wie das in Barmen geplante Jugendcafé, welche die Vernetzung und den Austausch unter Jugendlichen ankurbeln sollen. Aktuell arbeitet außerdem die AG „Party“ auf Hochtouren. Wir wollen im Frühsommer ein Event auf die Beine stellen, das als eine Art Fortsetzung der „langen Nacht der Jugendkultur“ gedeutet werden kann.

 

Welche Vorteile hat es, Mitglied des Jugendrates zu sein?

Soufian Goudi: Wir haben jede Menge Spaß und treffen uns regelmäßig. Ob Rhetorikseminare, Fachtage oder gemeinsame Fahrten – das Gruppengefühl ist sehr groß und das stärkt natürlich das Selbstbewusstsein. Darüber hinaus bekommen wir direkte Einblicke und können uns Netzwerke erschließen, die für uns so nicht zugänglich gewesen wären. Ich habe zum Beispiel die Möglichkeit bekommen, als Jugendbotschafter nach Japan zu reisen. Es öffnen sich sprichwörtlich Türen.

 

Was ist dran an der Meinung, dass der Jugendrat nichts bewirken könne?

Julia Gray: Das ist falsch. Das können nur die sagen, die ahnungslos sind und sich auch sonst nicht mit dem Thema Jugendrat beschäftigen. Wir sind bei allen Projekten von allen Seiten unterstützt worden.

 

Soufian Goudi: Das stimmt. Wir werden, besonders auf politischer Ebene, gehört und Ernst genommen.

 

Was wird euch in Zukunft bewegen?

Julia Gray: Die Wahlen. Ob wir uns wieder aufstellen lassen werden, wissen wir noch nicht. Erst einmal steht das Abitur an.

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