Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit hat Zukunfts-Sorgen.

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Rudolf Dressler schlug beim Festvortrag mahnende Töne an: Eine neue Laxheit mache sich im Umgang mit der NS-Zeit breit.

Rudolf Dressler schlug beim Festvortrag mahnende Töne an: Eine neue Laxheit mache sich im Umgang mit der NS-Zeit breit.

Uwe Schinkel

Rudolf Dressler schlug beim Festvortrag mahnende Töne an: Eine neue Laxheit mache sich im Umgang mit der NS-Zeit breit.

Wuppertal. Jubiläen denkt man sich als heitere Feierstunden. Besinnlich bis nahezu seelenruhig war indessen am Sonntag ein Fest in der Alten reformierten Kirche Elberfeld. Dort traf sich die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Wuppertal (GCJZ), um auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückzublicken.

Die Redner hatten Sorgenmienen aufgelegt, so auch Rudolf Dressler, ehemals deutscher Botschafter in Israel, der von "Erinnerungen und Hoffnungen" sprechen wollte, jedoch mehr auf Zukunftsängste blickte. Eine neue Leichtigkeit im Umgang mit dem Nationalsozialismus mache sich breit, der Schrecken sei vom Gegenstand gelöst, weshalb es mehr denn je gelte, den Gegenstand wach zu halten.

Das scheint indessen keine leichte Aufgabe, wie auch die Hoffnung auf weitere 50 Jahre GCJZ nicht eben reich genährt wird. Stadtdechant Bruno Kurth legte den Finger in die Wunde: "Wenn ich mich im Saal umschaue, dann sind hier sind nicht so viele unter 50." Langer Atem sei erforderlich, um etwas wach zu halten, das derzeit zunehmend als Historie betrachtet werde.

Superintendent Manfred Rekowski erinnerte indessen daran, dass Wuppertal wichtig sei für die christlich-jüdische Zusammenarbeit. Schließlich gebe es hier mittlerweile nicht allein die GCJZ, sondern viele, teils informelle Gruppen mit erfreulich großem Engagement. Und immerhin stehe in dieser Stadt eine Synagoge, die dem Judentum im Bergischen neue, lebendige Impulse verleihe.

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