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Karl-Heinz Kleine vermutet das Bernsteinzimmer in Wuppertal. Seine Theorie: Erich Koch, Gauleiter von Ostpreußen und gebürtiger Elberfelder, transportierte in den letzten Kriegsmonaten den Schatz per Eisenbahn in seine Heimatstadt.

Karl-Heinz Kleine vermutet das Bernsteinzimmer in Wuppertal. Seine Theorie: Erich Koch, Gauleiter von Ostpreußen und gebürtiger Elberfelder, transportierte in den letzten Kriegsmonaten den Schatz per Eisenbahn in seine Heimatstadt.

U. Schinkel

Karl-Heinz Kleine vermutet das Bernsteinzimmer in Wuppertal. Seine Theorie: Erich Koch, Gauleiter von Ostpreußen und gebürtiger Elberfelder, transportierte in den letzten Kriegsmonaten den Schatz per Eisenbahn in seine Heimatstadt.

Wuppertal. Ein paar Jogger bleiben neugierig stehen und schauen, was unten am Hügel passiert. Vier Männer gesetzteren Alters sind mit Schaufeln bewaffnet bei der Arbeit. „Ich bin überzeugt: Diesmal finden wir was.“ Karl-Heinz Kleine lebt für sein Hobby, das ihn weltweit in die Medien brachte: Die Jagd nach dem legendären Bernsteinzimmer, das der gebürtige Leipziger bekanntlich in Wuppertal vermutet.

Jetzt buddeln er und seine Mitstreiter also wieder, diesmal in der Nähe des Mirker Bahnhofs. Ein Tipp aus Hamburg brachte Kleine auf eine neue Spur. „Eine alte Dame hat sich bei uns gemeldet. Während des Krieges gab es hier einen Luftschutzstollen, in dem sie auch als Kind gespielt hat.“ Lang sei der gewesen und dunkel, richtig rein hätten sich nur die Jungs getraut.

Eigentlich nichts besonderes, schließlich hat Wuppertal aufgrund seiner Lage wahrscheinlich hunderte Stollen zu bieten. „Doch warten Sie, es wird ja spannend“, sagt Kleine. Die Hamburgerin erinnerte sich nämlich daran, dass dann während des Krieges die SS den Stollen samt Umgebung gesperrt hätten. Warum? „Das weiß niemand.“ Aber Nachbarn hätten damals Männer beobachtet, wie sie Kisten in den Stollen gepackt hätten. „Und Zwangsarbeiter sollen hier auch im Einsatz gewesen sein. Das spricht nicht für einen normalen Stollen“, erklärt Kleine, der jetzt hofft, eine Auflösung gefunden zu haben.

Geo-Radar gibt Hinweis auf zwei weitere Stollen – oder Wasserrohre?

Ein befreundete Professor hat nämlich mit einem Geo-Radar das Gelände abgesucht. Das Ergebnis: „Es gibt nicht nur nur einen Stollen, sondern drei“, sagt der Hobbyforscher, den der englische „Mirror“ schon als deutschen „Indiana Jones“ bezeichnete, euphorisch. Das erkläre auch die Zwangsarbeiter. „Die mussten die Stollen in den Berg treiben.“ Und Kleine ist sicher, dass dort etwas versteckt ist.

Das Bernsteinzimmer? Kleine ist Berufsoptimist. „Irgendwas auf jeden Fall.“ Also wird gebuddelt. So richtig komme man aber mit Schaufeln nicht ins Erdreich, muss er einräumen. Deshalb wird es erst in der kommenden Woche weitergehen. Dann mit Hilfe eines Bohrers, der bis zu drei Meter ins Erdreich kommt. Und wenn sich die vermeintlich noch unerforschten Stollen doch als Wasserrohre erweisen? „Dann haben wir Pech gehabt“, sagt Kleine und lacht: „Wäre ja nicht das erste Mal.“ Aber er betont: „Wir suchen weiter.“

#Bernsteinzimmerfilme
 

Auf Twitter machten sich die ersten Nutzer auf, um unter dem Hashtag "#Bernsteinzimmerfilme" Filmklassiker auf Kleines Suche umzutexten:

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