Initiative fordert einen Modellversuch dazu in Wuppertal.

Ein neues Finanzierungmodell für den Nahverkehrs fordert die Bürgerticket Initiative. Archiv
Ein neues Finanzierungmodell für den Nahverkehrs fordert die Bürgerticket Initiative. Archiv

Ein neues Finanzierungmodell für den Nahverkehrs fordert die Bürgerticket Initiative. Archiv

A. Fischer

Ein neues Finanzierungmodell für den Nahverkehrs fordert die Bürgerticket Initiative. Archiv

Wuppertal. Wie soll der Nahverkehr in Zukunft bezahlbar bleiben? Die Bürgerticket Initiative Wuppertal will Bus und Bahn mit einem sogenannten Bürgerticket finanzieren - alle Bürger finanzieren Busse und Bahnen der Stadt, und alle dürfen sie kostenlos nutzen. Die Initiative fordert dazu einen Modellversuch. Dabei verweist sie auf eine Studie, die die Machbarkeit einer solchen Finanzierung bestätige.

Die Studie „Bus und Bahn fahrscheinfrei in NRW“ der Verkehrsunternehmensberatungsgesellschaft „tjm-consulting mobilitätsmanagement“ ist nach Angaben der Initiative jetzt von der Piratenpartei in Düsseldorf vorgestellt worden.

Danach seien zwei Varianten einer solidarischen Finanzierung des Nahverkehrs möglich: Zum einen ein Bürgerticket auf Basis monatlicher Beiträge aller Bürger Wuppertals, mit sozialverträglichen Staffelungen für Schüler, Schwerbehinderte und ähnliche Gruppen. Das andere Modell basiere hingegen auf der Idee, mit einem grundsteuerbasierten Beitragsmodell die Erschließung durch den ÖPNV zu finanzieren und keine Fahrscheine mehr zu erheben.

Beide Modelle machten den Nahverkehr langfristig finanzierungssicher, seien solidarisch, ökonomisch sinnvoll und würden helfen, den Klimawandel zu bekämpfen. Bei der Vorstellung der Studie habe der Gutachter Thomas Mager betont: „Der Verkehrssektor ist der einzige, dessen Klimaschädlichkeit zunimmt. Wir brauchen dagegen eine Mobilitätsstrategie.“

Ein Umdenken bei der Finanzierung des Nahverkehrs sei insbesondere in Wuppertal nötig, weil durch die Energiewende der Verbund aus Energiewirtschaft und ÖPNV-Betrieb bei den Stadtwerken geschwächt werde.

Der Rat soll die bestehende Verkehrsfinanzierung hinterfragen

Die Bürgerticket-Initiative verweist auf zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur Zukunft des Wuppertaler ÖPNV und den Slogan „Mehr Wuppertal wagen“, den die Stadt stolz am Rathaus zeige. „Es ist an der Zeit, dass der Mut, der hinter diesem Slogan steckt, auch im Verkehrssektor zu Tage tritt,“ erklärt Jan Niko Kirschbaum von der Bürgerticket Initiative. „Wir laden alle demokratischen Parteien, die Wuppertaler Stadtwerke und die Bürger der Stadt ein, mit uns zusammen zu überlegen, wie ein solidarischer, umweltfreundlicher, attraktiver Nahverkehr in Zukunft aussehen kann und wie wir ihn zum Wohle der Stadt zusammen finanzieren können.“

Die Initiative fordert vom Rat die Bereitschaft, die bestehende Verkehrsfinanzierung zu hinterfragen. Sie fordert von der Verwaltung Vorschläge für eine langfristig sichere Finanzierung des ÖPNV sowie für die Steigerung seiner Leistungsfähigkeit und seiner Attraktivität – insbesondere vor dem Hintergrund der laufenden Nahverkehrsplanung. Und sie fordert vom Land den Mut, einen Pilotversuch in Wuppertal mit Hilfe einer Änderung des Kommunalabgabengesetzes und finanzieller Unterstützung durchzuführen.

Die Bürgerticket Initiative Wuppertal ist überparteilich und wird unter anderem vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) Bergisches Land, dem Bündnis Unsere Stadtwerke und Pro Bahn Bergisches Land unterstützt. Informationen zum Konzept:

bürgerticket-wuppertal.de fahrscheinfrei.de

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