3400 geringfügig Beschäftigte sind Rentner. Mit Zeitvertreib hat das in vielen Fällen nichts zu tun.

Gewerkschaft
Wenn Senioren einem Job nachgehen, hat das laut IG Bau nicht viel mit freiwilligem Zeitvertreib zu tun.

Wenn Senioren einem Job nachgehen, hat das laut IG Bau nicht viel mit freiwilligem Zeitvertreib zu tun.

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Wenn Senioren einem Job nachgehen, hat das laut IG Bau nicht viel mit freiwilligem Zeitvertreib zu tun.

Wuppertal. Die Zahl der Wuppertaler, die einen Nebenjob brauchen, obwohl sie Rente beziehen, wird immer größer. Und Dieter Jasper, Bezirksvorsitzender der IG Bauen-Agrar-Umwelt, ist sicher: „Die wenigsten Senioren jobben, weil ihnen das eine willkommene Abwechslung im Rentenalltag bringt. Die allermeisten müssen arbeiten, weil sie von ihrer Rente allein nicht leben können.“ Die Zahlen scheinen diesen Trend zu bestätigen.

Im März dieses Jahres gab es in Wuppertal 3400 geringfügig Beschäftigte im Alter von mehr als 65 Jahren. Im Jahr 2003 waren es noch lediglich 2790 über 65-Jährige. Für das Jahr 2000 weist eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit sogar weniger als 2000 geringfügig Beschäftigte in diesem Alter aus.

Großes Risiko bei Geringverdienern

Für die IG Bau ist die Sache klar: „Immer weniger Menschen in Wuppertal schaffen es, sich nach einem langen Berufsleben tatsächlich zur Ruhe zu setzen.“ Besonders groß ist das Risiko demnach bei Geringverdienern. Jasper: „Das wird morgen die treffen, die heute in Wuppertal nur mit einem geringen Stundenlohn, mit Zeitarbeit oder mit Mini-Jobs über die Runden kommen.“

Im Alter nicht mehr genug Geld für die eigene Wohnung?

Und das sind nicht wenige: So bezogen im Jahr 2009 knapp 7160 Wuppertaler neben ihrem Gehalt auch Sozialleistungen. Deutlich gestiegen ist in dieser Gruppe der Anteil der über 45-Jährigen – und zwar innerhalb von fünf Jahren von 21,3 auf 25,7 Prozent.

Die Gewerkschaft Verdi hat schon vor Jahren auf den sich abzeichnenden Teufelskreis und die (im Jahr 2009) in Wuppertal durchschnittlichen Renten von 950 Euro für Männer und 485 Euro für Frauen hingewiesen.

Angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Berechtigten auf Grundsicherung (Rentner und zum Beispiel voll Erwerbsgeminderte) in Wuppertal zwischen 2005 und 2010 von 2800 auf 4400 gestiegen ist und bis zum Jahr 2020 auf 6000 wachsen könnte, warnt eine Studie des Pestel-Instituts davor, dass sich künftig immer mehr Rentner ihre Wohnung nicht mehr leisten können.

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