Nach dem zu Tode gehetzten Reh vom Beyenburger Stausee diskutiert Wuppertal wieder über den Leinenzwang.

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Hunde im Wald an der Leine oder frei laufen lassen?

Hunde im Wald an der Leine oder frei laufen lassen?

dpa

Hunde im Wald an der Leine oder frei laufen lassen?

Wuppertal. Angeleint oder abgeleint - das ist seit einer Woche für Hundehalter in Wuppertal die Frage: Seitdem die Feuerwehr Ende Dezember ein totes Reh aus dem Beyenburger Stausee geborgen hat, das ein nicht angeleinter Hund auf die Eisfläche gejagt haben soll, wird in Wuppertal über den Leinenzwang von Hunden diskutiert. Was offenbar nicht so bekannt ist: Eine allgemeine Anleinpflicht gibt es in Wuppertal nicht.

Auf Wuppertals Waldwegen ist die Leine kein Muss

„Hunde dürfen auf Waldwegen im Wirkungsbereich des Halters abgeleint geführt werden“, erklärt Stadtsprecherin Martina Eckermann. Die rechtliche Grundlage dafür bildet, wie in ganz Nordrhein-Westfalen, das Landesforstgesetz. Es schreibt Hundehaltern lediglich vor, ihre Vierbeiner außerhalb der Waldwege angeleint zu führen. „Solange die Halter ihre Hunde im Griff haben und die Hunde keinen Radfahrern, Rehen oder Joggern nachjagen, dürfen sie auf den Wegen sehr wohl ohne Leine geführt werden“, sagt Eckermann.

Doch auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel: Hunde, die nach der Landeshundeverordnung als gefährlich eingestuft werden – etwa Kampfhunde –, müssen grundsätzlich mit Maulkorb und Leine ausgeführt werden. Gleiches gelte für Tiere, bei denen Tollwut festgestellt wurde, erklärt Eckermann.

Eine weitere Ausnahme bilden Naturschutzgebiete: Auch hier dürfen Hunde nur angeleint ausgeführt werden. Mit Hinweisschildern werde auf diese Sonderregelung aufmerksam gemacht. Gleiches gilt, wenn im Wald Tollwutimpfungen durchgeführt werden. Eckermann: „Da sollen dann ja die Waldtiere und nicht die Hunde die Köder fressen.“

Fehlverhalten im Wald kostet bis zu 250 Euro Bußgeld

Hält sich ein Hundehalter nicht an die Regeln, muss er unter Umständen tief in die Tasche greifen: 125 Euro Bußgeld erhebt die Forstbehörde auf das „Hetzen von Wild“ und die Gefährdung von Waldbewohnern. 250 Euro werden fällig, wenn der Hund das Wild reißt. 25 Euro muss ein Halter berappen, wenn er den Hund nicht ordnungsgemäß anleint. Unbedingt zur Leine greifen müssen Hundehalter unterdessen im bebauten Stadtgebiet sowie in Park- und Grünanlagen: „Hier gilt generelle Anleinpflicht“, sagt Eckermann. Wer mit seinem Hund ohne Leine Gassi gehen will, kann dies in fünf ausgewiesenen Freilaufzonen tun: Auf der Hardt, im Nordpark, am Gelben Sprung, im Ehrenhain und im Nürnberger Park.

Dem Halter, dessen Hund das Reh an der Beyenburger Schleue zu Tode gejagt haben soll, wirft Eckermann Fehlverhalten vor: Er habe seinen Hund nicht im Griff gehabt, sonst hätte dieser nicht den Weg verlassen.

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