Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher tritt ihren Dienst in Wuppertal an.

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Nach der Übergabe der Ernennungsurkunde: Birgitta Radermacher und Ingo Wolf.

Nach der Übergabe der Ernennungsurkunde: Birgitta Radermacher und Ingo Wolf.

Andreas Fischer

Nach der Übergabe der Ernennungsurkunde: Birgitta Radermacher und Ingo Wolf.

Wuppertal. Ein Traumjob? Die heute in das Amt der Polizeipräsidentin der Kreispolizeibehörde eingeführte Birgitta Radermacher lässt da keine Zweifel aufkommen. "Ja, ich freue mich auf die Arbeit. Und ich bin mir sicher, dass ich mit den Menschen in Wuppertal sehr gut auskommen werde."

Die 53-Jährige hat in ihrem Berufsleben bereits viele Aufgaben erfüllt, sah sich zudem als Juristin und Mutter nahezu prädestiniert, eine Fülle von Ehrenämtern anzunehmen - und macht kein Geheimnis daraus, wie wichtig ihr die Familie ist. Kein Wunder also, dass zwei ihrer drei Kinder, zwei Enkelkinder sowie die 88-jährige Mutter der Feierstunde beiwohnen.

Position war elf Monate lang nicht besetzt

Eine Feier übrigens, die stilecht mit dem Jazzensemble des Landespolizeiorchesters und der TV-Tatort-Melodie startet, und in der das Lob für den Interims-Chef Georg Schulz kein Ende finden will.

Was das Innenministerium von der neuen Polizeipräsidentin erwartet? "Einiges." Das macht NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) schon heute deutlich und meint unter anderem den Umgang mit Jugendlichen und die Sanierung des Polizeipräsidiums.

Das Wort "endlich" fällt häufig: Endlich, so Oberbürgermeister Peter Jung, endet nach elf Monaten die Zeit ohne Polizeipräsident. "Wir nehmen Sie mit offenen Armen auf", sagt Jung, der zudem klarmacht, dass das Bergische gerade angesichts einer schwierigen Bevölkerungsstruktur mit viel Sprengstoff nicht zu einer Region zweiter Klasse werden dürfe, wenn es die Situation unter Kontrolle halten wolle.

Das Bergische kennt die in Burscheid wohnende frühere Triathletin Birgitta Radermacher von ihren Fahrrad- und Motorradtouren. Wobei sie freiwillig einräumt, dass sich die Region auf dem Motorrad schon einfacher erschließen lässt als auf dem Rad.

Das Studium der Rechtswissenschaften absolvierte sie wie ihr Referendariat in Köln. Das zweite Staatsexamen legte sie 1986 ab.

Rechtsanwältin: Von 1987 bis zum Jahr 2008 arbeitete die neue Polizeipräsidentin als Rechtsanwältin in Köln. Schwerpunkte waren das Familienrecht sowie das Steuerrecht.

Politik: Im Rat der Stadt Köln war sie von 1999 bis zum Jahr 2004 aktiv. Unter anderem war sie Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses.

Beigeordnete: Ab Mai 2008 war sie in Siegen Beigeordnete für Schule, Jugend, Sport und Kultur; so Chefin von 500 Menschen. Die Kreispolizeibehörde hat 1700 Beschäftigte.

Radermacher bekleidete viele Ehrenamte. Sie war zum Beispiel im Jahr 2000 an der Gründung des Landesverbandes Frauen beraten/Donum Vitae beteiligt und bis 2005 Vorsitzende.

Motorradfahren, Laufen, Skifahren, Literatur

Und endlich, so zum Beispiel Gisela Schlüter als Vorsitzende des Polizeibeirates, ist die Chefin eine Frau. Das sei nun einmal wirklich ein Signal dafür, dass eine neue Zeit anbricht. Ihr persönliches Signal an die Polizeipräsidentin: "Es ist mir eine unglaubliche Freude, Sie zu begrüßen."

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