Das Gebäude hat sich seit der Eröffnung vor fünf Jahren zu einem beliebten Treffpunkt für alle Altersklassen entwickelt – besonders für Senioren.

Das Gebäude hat sich seit der Eröffnung vor fünf Jahren zu einem beliebten Treffpunkt für alle Altersklassen entwickelt – besonders für Senioren.
Ruth Rompf (vorne) und Ingrid Dusend bereiten mittwochs mit viel Freude die Reibekuchen zu.

Ruth Rompf (vorne) und Ingrid Dusend bereiten mittwochs mit viel Freude die Reibekuchen zu.

Anna Schwartz

Ruth Rompf (vorne) und Ingrid Dusend bereiten mittwochs mit viel Freude die Reibekuchen zu.

Heckinghausen. „Hier trifft man nur nette Leute“, sagt Heidemarie Altenberg (76) im Brustton der Überzeugung und ihre Nachbarin Inge Freyth (78) stimmt ihr begeistert zu. Die beiden älteren Damen müssen es wissen. Denn sie wohnen seit der Eröffnung im Mai vor fünf Jahren im „Haus für Heckinghausen“, das gleichermaßen mit seinem Café Johannis und dem Wohnbereich mit Apartments in den oberen Stockwerken an der Heckinghauser Straße 206 ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt ist. Das in verschiedenen Grüntönen gehaltene Gebäude gehört der Evangelischen Kirchengemeinde Heckinghausen, hat die Aufgaben des Seniorentreffs und des „Café Heckmeck“ übernommen und versteht sich als ein Treffpunkt für alle Besucher.

Mit großem Erfolg, bietet es nahe dem Stadtteiltreff doch vielfältige Möglichkeiten für die Menschen im Quartier. So wird viermal pro Woche ein preiswerter Mittagstisch angeboten, fünfmal gibt es einen Seniorentreff. Aber auch die Jugendarbeit, die für junge Erwachsene und überhaupt für alle Menschen in Heckinghausen soll nicht vernachlässigt werden. Dafür sorgen inklusive Reinigungskräften sechs entlohnte und gut 50 freiwillige Helfer mit unterschiedlich intensiven Aktivitäten.

Für die Senioren stehen viele Aktionen auf dem Programm

Zu den hauptamtlichen Kräften gehört außer Alexandra Wandt-Waskönig und Heike Wissemann vornehmlich Karin Mann, die sich um die Senioren kümmert. Sie ist gelernte Krankenschwester und vor allem ein rundum positiver Mensch, der im persönlichen Gespräch gute Laune verbreitet und in der Lage ist, auch mal düstere Stimmungen aufzuhellen. „Es ist wichtig, dass man sich auch die Sorgen der Menschen anhört.“

Karin Mann veranstaltet Spielnachmittage, bei denen der Klassiker „Mensch ärgere dich nicht“ und „Elfer raus“ die Favoriten sind. „Für Skat kriegen wir nicht immer drei Mitspieler zusammen.“ Sie leitet das Gedächtnistraining der alten Menschen und deren Theatergruppe, betreut die „Senioren-Combo“, bei der sie selbst in die Tasten des Akkordeons greift. Ausflüge in die Umgebung werden veranstaltet und Karin Mann liegt auch ihre Demenzgruppe am Herzen. „Die trifft sich jeden Dienstag. Das beginnt mit einem gemeinsamen Mittagessen für alle Gäste im Haus. „Dann spielen wir, malen, singen, bewegen uns und versuchen uns an Dinge aus der Vergangenheit wie beispielsweise den Waschtag früher zu Hause zu erinnern“, schildert sie die Aktivitäten mit den Menschen, die unter Demenz leiden.

Über allem steht das Motto „Gott feiern, Leben teilen, für Menschen da sein“, das auch die Eingangstür zum hellen freundlichen Café Johannis ziert. Der Name Johannis erinnert an die gleichnamige Kirche, die Jahrzehnte lang den Stadtteil prägte, aber 1943 im Bombenhagel zerstört wurde. Nur die mächtige Glocke ist erhalten und wurde im Hof des Gebäudekomplexes aufgestellt.

Mittwochs werden rund 40 Kilo Kartoffeln verarbeitet

„Wir verstehen uns als Einfallstor für die Gemeinde“, so Karin Mann, die auch auf die Jugendarbeit hinweist. „Da haben wir eine Aktion ,Klasse kochen’, bei denen ein Profikoch den jungen Menschen zeigt, wie man leckere Mahlzeiten zubereitet.“ Viele unterschiedliche Aktionen gehören zum Angebot des Hauses an der Heckinghauser Straße 206.

Israelisches Abendessen, Apfelfest und Plätzchen backen im Advent sind einige der vielen Aktionen, bei denen die Senioren auch durchaus auf der aktiven Seite stehen. „Die Generation 60 plus ist gern zur Mithilfe bereit“, heißt es erfreut. Ein appetitliches Beispiel dafür ist der Mittwoch, wenn es Reibekuchen gibt. 40 Kilogramm Kartoffeln werden schon am Dienstagabend handgeschält und im Laufe des Mittwochmorgens von den ehrenamtlichen Helferinnen llse Rodewald, Ingrid Dusend und Ruth Rompf zu rund 300 Reibekuchen verarbeitet. Und die finden ab 11 Uhr reißenden Absatz. Mit Apfelmus – oder für den gehobenen Geschmack mit Kräuterquark und Lachs.

Man sieht den Besuchern deutlich an, dass es schmeckt, wie Ursel Sonnenburg, die in der Nähe wohnt bestätigt: „Einfach hervorragend“, meint die Seniorin, und ihre Tischnachnachbarn nicken beifällig.

evangelisch-heckinghausen.de/ cafe-johannis

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