Auf Einladung der CDU-Fraktion informierten sich Wuppertaler und Sprockhöveler Bürger über die Pläne.

Frank Rumpenhorst

Wuppertal. Wer vergleichbare Veranstaltungen kennt und um die oft hitzigen Debatten zwischen bergischen Dickköpfen weiß, hatte am Montag beim Informationsabend im Gemeindesaal Hottenstein den Eindruck, dass viele Wuppertaler Bürger bereits ihren Frieden mit dem geplanten Ikea Homepark geschlossen haben. Zwar war der Saal gut gefüllt, doch äußerten nur wenige Gäste ihre Bedenken gegen das Vorhaben.

„Wir haben den Schwarzen Peter mit Asphaltwerk und Ikea“, war auf einem Plakat zu lesen. Auch die beiden Kränze, die während der Veranstaltung zum Podium getragen wurden, um auf ein Trauerspiel hinzuweisen, verfehlten ihre Wirkung nicht. Dennoch: Es blieb ein weitgehend ruhiger Abend, zu dem die Fraktion der CDU eingeladen hatte.

Nicht ganz nachvollziehbar war eine Feststellung des Ikea-Projektmanagers Hans- Joachim Bruschke, wonach gewisse Einzelhandelssegmente in Wuppertal fehlen: Sport, Fahrrad, zoologischer Bedarf oder auch Matratzen und Möbel. Genau diese Sparten sollen sich in dem 21.400 Quadratmeter großen Gebäudekomplex niederlassen, der neben dem Ikea-Markt entstehen soll.

Hoffnung auf siebenstellige Steuer-Einnahmen

„Die Verwaltung will Ikea in Wuppertal haben“, stellte Oberbürgermeister Peter Jung fest und erhielt Rückendeckung durch Stadtdirektor Johannes Slawig, der auf Gewerbesteuereinnahmen im siebenstelligen Bereich verwies. Die gewichtigsten Gegenargumente kamen aus dem Lager derer, die sich um die Belastung durch steigendes Verkehrsaufkommen sorgen. Dazu zählen auch Bürger in Haßlinghausen, unter ihnen der Künstler Udo Unterieser, der den Wuppertaler Kommunalpolitikern mangelnde Kooperationsbereitschaft mit Sprockhöveler Kollegen vorwarf. Zu Details der Verkehrsplanung war von den Experten wenig zu erfahren. Es wurde auf die Ergebnisse noch ausstehender Gutachten verwiesen. Fest stehe derzeit nur, dass der Kreisel an der Schmiedestraße versetzt werden müsse.

„Sie können sicher sein, dass ein reibungsloser Verkehr in unserem eigenen Interesse liegt“, sagte Bruschke, der kürzlich ein größeres Projekt in Lübeck gegen Bürgerprotest durch die Instanzen gebracht hat.

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