IHK-Vollversammlung wählte Unternehmer einstimmig erneut zum Präsidenten. Der will einen Masterplan für die Region.

Thomas Meyer.  Archiv
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Bei der Outlet-Diskussion sei die IHK nicht parteiisch, betont Meyer. Entwurf: ARP / Unternehmergruppe Clees

Andreas Fischer, Bild 1 von 2

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Wuppertal. 100 Prozent der Stimmen hat Thomas Meyer am Dienstagabend von den 80 Delegierten der 35 000 Unternehmen im Bergischen Land bekommen. „Damit war mir zuerst nicht wohl“, muss der Gewählte selbst einräumen. Aber natürlich habe ihn das auch gefreut. Der geschäftsführende Gesellschafter des Remscheider Messerherstellers TKM Gruppe will den Kurs fortsetzen, den er vor vier Jahren begonnen hat. Sein großes Ziel: ein strategischer Plan für die Region.

„Wir haben uns vor vier Jahren die Schwerpunkte Infrastruktur, Bildung und Ausbildung sowie die bergische Zusammenarbeit gesetzt“, erklärt der frisch wiedergewählte Präsident der Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid im WZ-Gespräch. In allen drei Punkten seien sie wesentlich vorangekommen.

„Unsere Aufgabe ist auch, die Politik zu beraten“

Beim Thema Infrastruktur habe die IHK in der Diskussion um den Döppersberg zur Versachlichung beigetragen. Ein IHK-Gutachten habe Klarheit gebracht, dass eine Komplett-Sperrung die bessere Lösung ist. Beim Robert-Daum-Platz habe ein Gutachten der IHK einen zügigeren Verkehrsfluss gebracht. Insgesamt seien bei den Straßen weitere Investitionen nötig.

Bei der Digitalisierung trete die IHK seit Jahren für den Breitband-Ausbau ein, fordere entsprechendes Geld vom Land. „Aber wir sind noch nicht so weit fortgeschritten, wie wir uns das wünschen.“ Zur Infrastruktur für die Wirtschaft zählten auch die Flächen: „Wir dürfen bei der Entwicklung von Gewerbeflächen nicht nachlassen.“

Im Bereich Bildung arbeite die IHK eng mit der Universität zusammen, es gebe zahlreiche Praktika, Abschlussarbeiten, Schnupperbesuche und Stipendien. Beim Programm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ sei die IHK Klammer für die drei Kommunen. Und „die IHK ist der Garant dafür, dass sich Unternehmen zum Beispiel für Praktika öffnen.“

Um die Region trotz leerer Stadtkassen für Unternehmen attraktiv zu halten, mahnt Meyer eindringlich zur Zusammenarbeit der drei Städte, „um Kosten zu sparen“. Dazu seien sie mit den Stadtspitzen ständig im Gespräch. „Denn unser Auftrag ist auch, die Politik zu beraten“, erinnert er.

Künftig will er diese drei Themen in einem großen strategischen Plan zusammenfassen. Das gelte sowohl für die IHK selbst: Die müsse sich fragen, wie sie noch besser werden könne. Und das gelte nach außen: „Wir müssen gemeinsam mit den Kommunen, mit den Oberbürgermeistern und den Stadtdirektoren, aber auch mit den Räten, prüfen, wie wir die Region nach vorn bringen.“

Das ist auch das, was Oberbürgermeister Andreas Mucke mit Meyer in Verbindung bringt: „Ich kenne ihn als sehr verlässlichen und engagierten Partner, der sich intensiv um eine stärkere Zusammenarbeit der bergischen Städte einsetzt.“ Er freue sich auf die weitere Zusammenarbeit. Lob hat auch Daniel Kolle, Bezirksgeschäftsführer der Gewerkschaft Verdi: Meyer stehe für eine offene Diskussionskultur. Er wünscht sich nur noch mehr Einsatz für Ausbildungsplätze in der Region.

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