Die IHK positioniert sich klar und erwartet von den bergischen Großstädten eine viel engere, spürbare Zusammenarbeit.

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Politik und Wirtschaft beim IHK-Neujahrsempfang (v.li.): IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge, Professor Peter Kruse, Beate Wilding, Oberbürgermeisterin Remscheid, IHK-Präsident Friedhelm Sträter, Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter und Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung.

Politik und Wirtschaft beim IHK-Neujahrsempfang (v.li.): IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge, Professor Peter Kruse, Beate Wilding, Oberbürgermeisterin Remscheid, IHK-Präsident Friedhelm Sträter, Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter und Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung.

Andreas Fischer

Politik und Wirtschaft beim IHK-Neujahrsempfang (v.li.): IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge, Professor Peter Kruse, Beate Wilding, Oberbürgermeisterin Remscheid, IHK-Präsident Friedhelm Sträter, Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter und Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung.

Wuppertal. Die Rede von Friedhelm Sträter, Präsident der Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid, wird von Politikern mitunter gefürchtet, denn der Solinger Unternehmer ist bekannt für klare Botschaften. Seine Worte haben Gewicht, denn der Einladung der IHK folgen in der Regel 1000 Vertreter aus Wirtschaft und Politik in die Stadthalle. Letztere mussten auch am Mittwoch wieder einstecken können.

"Unmaßgebliche Projekte"

 

Friedhelm Sträter über die bisherige bergische Städtekooperation

Der IHK-Präsident bemühte ein bekanntes Thema, das für ihn im Zeichen der Haushaltskrisen an Relevanz gewinnt: die bergische Städtekooperation. Sträter, der einst den Entwurf der bergischen Großstadt zeichnete, geht die Einigkeit im Städtedreieck nicht weit genug. Man habe sich bisher lediglich in "unmaßgeblichen Projekten" zusammengefunden. Er sprach sich für die "große Lösung" aus und forderte die Oberbürgermeister von Wuppertal, Solingen und Remscheid auf: "Macht endlich ernst und kommt zu substanziellen Ergebnissen."

Kritik kam auch am politischen Umgang mit dem Wuppertaler Sparpaket der Kämmerei. Die Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung hätten noch zu keiner Ratsentscheidung geführt. Sträter äußerte den Verdacht, da werde mit Blick auf die Landtagswahl auf Zeit gespielt.

In Sachen Kooperation kann die IHK nach Sträters Auffassung durchaus Erfolge vorweisen. Bergisch ist die IHK ohnehin, nun folgen substanzielle Ergebnisse beim Schwerpunktthema Bildung. Die Zusammenarbeit mit der Bergischen Universität sei im vergangenen Jahr deutlich ausgebaut worden. Sträter erinnerte an die neuen dualen Studiengänge, zielgerichtet auf die Anforderungen der Wirtschaft ausgerichtet.

Zudem werde die Universität den Zugang von Studenten ohne Abitur erleichtern. Es gehe darum, mehr junge Menschen für ein Studium an der Wuppertaler Hochschule zu gewinnen und anschließend in der Region zu halten. Bei der Verzahnung zwischen Universität und Wirtschaft leiste man inzwischen ein Lehrstück in Sachen Schulterschluss.

Der Gastvortrag von Professor Peter Kruse, Organisationspsychologe an Uni Bremen, weckte bei vielen Gästen spontan die Neugier aufs Twittern. Die digitalen Kurznachrichten erleben einen weltweiten Boom und sind für Kruse Ausdruck einer radikalen gesellschaftlichen Veränderung mit dem Internet als Plattform. An den online geknüpften sozialen Netzwerken komme niemand mehr vorbei. "Sie verschieben die Macht vom Anbieter zum Nachfrager". Dabei gehe es keineswegs um triviale Themen, sondern auch um Sinnstiftung und Nachhaltigkeit. Mehr zu Peter Kruse im Netz.

Aber auch die bergischen Unternehmer sollten den Neujahrsempfang nicht ganz ohne gut gemeinte Empfehlung verlassen. Sträter forderte den Mittelstand auf, sich intensiver an den Innovationswettbewerben der Wirtschaft zu beteiligen und sich im digitalen Zeitalter auf der Höhe der Zeit zu bewegen, denn, so Sträter: "Wer bei Google nicht gefunden wird, existiert praktisch nicht."

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