IHK-Präsident Friedhelm Sträter hört im Mai auf. Er zog nach 16 Jahren Bilanz und trug der Politik einige Aufgaben auf.

Neujahrsempfang
Hans Alfred Kaut und Hans Löbbert (rechts): Die beiden Vizepräsidenten der Bergischen IHK geben ihre Ämter auf.

Hans Alfred Kaut und Hans Löbbert (rechts): Die beiden Vizepräsidenten der Bergischen IHK geben ihre Ämter auf.

Nicht nur Kollegen, sondern auch Freunde: IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge (links) und IHK-Präsident Friedhelm Sträter beim gestrigen Neujahrsempfang.

Andreas Fischer, Bild 1 von 2

Hans Alfred Kaut und Hans Löbbert (rechts): Die beiden Vizepräsidenten der Bergischen IHK geben ihre Ämter auf.

Wuppertal. Mehr als 1000 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft waren am Mittwochabend zum Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Wuppertal, Soligen und Remscheid in die Stadthalle gekommen, um die letzte Neujahrsrede von Friedhelm Sträter in seiner Eigenschaft als Kammer-Präsident zu hören.

„Ohne ein dreieiniges Bergisches Städtedreieck wird auch das stolze Wuppertal in den nächsten Jahren massiv an Bedeutung verlieren.“

Friedhelm Sträter, IHK-Präsident

Im Mai wird Sträter nach 16 Jahren das Amt des Präsidenten an seinen Nachfolger abgeben. Er nutzte den gestrigen Abend, um eine ganz persönliche Bilanz zu ziehen – aber auch, um der bergischen und der Landespolitik noch eine ganze Menge Aufgaben aufzutragen.

Nach der Begrüßung durch IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge forderte Sträter erneut die Oberbürgermeister der drei bergischen Städte auf, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren. „Meine vor einigen Jahren – bewusst und provokant – formulierte Vision einer Bergischen Großstadt muss für die Beteiligten keine Horrorvision sein“, stellte er klar und fügte an: „Dies ist meine Botschaft: Ohne ein dreieiniges bergisches Städtedreieck wird auch das stolze Wuppertal in den nächsten Jahren massiv an Bedeutung verlieren.“

Sträter forderte zudem die bergischen Unternehmer auf, sich in der IHK zu engagieren. Ihn überzeuge noch immer die Idee, Betroffene zu Beteiligten zu machen. Nur Unternehmer könnten abschätzen, welche Änderungen nötig seien, um die regionale Wirtschaft zu stärken.

„Es scheint leider politisch gewollt, dass wir in den Steuerstaat marschieren – und Wuppertal, Solingen und Remscheid marschieren voran“, konstatierte er und kritisierte die Anhebungen der Gewerbesteuer und der Grundsteuer B im Rahmen der Sparpakete der bergischen Städte, denen Steuererhöhungen leichter fielen als das Streichen freiwilliger Leistungen. „Totales Versagen der Politik“ sah Sträter im Bezug auf die Landes- und Bundespolitik, als er über marode Infrastruktur in NRW sprach. Er forderte einen Masterplan für Verkehrswege. Der Verfall der Straßen und Brücken in NRW müsse endlich gestoppt werden.

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin referierte anschließend zum Thema „Von Engels zur E-Mobilität“, gab zuvor jedoch ein klares Bekenntnis zur IHK ab: „Die IHK ist für mich das Sprachrohr einer Region.“ Er sprach sich zudem dafür aus, die Zwangsmitgliedschaft bei den Kammern zu erhalten.

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