Im neuen Forderungskatalog pocht die Kammer darauf, dass das Land das Bergische als ein Oberzentrum ausweist.

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Das Symbol des Bergischen: Die Müngstener Brücke soll nach dem Willen der IHK erhalten bleiben.

Das Symbol des Bergischen: Die Müngstener Brücke soll nach dem Willen der IHK erhalten bleiben.

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Das Symbol des Bergischen: Die Müngstener Brücke soll nach dem Willen der IHK erhalten bleiben.

Wuppertal. „Bergisch oder gar nicht“ heißt es nicht nur auf dem Titel des jüngsten IHK-Magazins. Auch die am Dienstag präsentierten Leitlinien mit Perspektiven für das Bergische Städtedreieck heben vor allem einen Gedanken hervor – und zwar den Bergischen. Gefordert werden unter anderem gemeinsames Standortmarketing und der Aufbau einer bergischen Wirtschaftsförderung, verbindliche Strukturen für verstärkte Zusammenarbeit und das Ende von Alleingängen, womit insbesondere Wuppertal gemeint sein dürfte. Erfolg? Der stelle sich eben auf die bergische Variante oder gar nicht ein.

Dabei machen IHK-Präsident Friedhelm Sträter, Vize-Präsident Stefan Kirschsieper und Hauptgeschäftsführer Michael Wenge kein Geheimnis daraus, wie ernst sie es mit den Leitlinien meinen. Denn die gelten innerhalb der Kammer „ein bisschen wie unsere Bibel.“

Gemeinsame Interessenvertretung in Düsseldorf?

Die IHK fordert zudem die Errichtung eines gemeinsamen bergischen Oberzentrums. Ginge die Landesplanung diesen Schritt, so ließe sich bei einer Größenordnung von rund 600 000 Einwohnern so manches Projekt eher realisieren.

Ein dicker Brocken im Katalog gilt der wirtschaftsnahen Infrastruktur. Da geht es zum Beispiel um die gemeinsame Entwicklung von Gewerbeflächen im Städtedreieck, eine gemeinsame Interessenvertretung auf Bezirks- und Landesebene und den Wunsch, dass die Landesförderung bergische Besonderheiten stärker berücksichtigen möge. So wird derzeit die Entwicklung von Brachflächen erst ab einer Mindestgröße von fünf Hektar gefördert. Solch eine Fläche sei derzeit aber gar nicht vorhanden. Bedarf nach Gewerbeflächen im Bergischen existiere nach jüngsten Erkenntnissen hingegen in einer Größenordnung von bis zu 35 Hektar.

Entwicklungsagentur als wichtiger Akteur

Als wichtigen Akteur auf vielen dieser Felder macht die IHK die Bergische Entwicklungsagentur aus. Deren Fortführung müsse nun sichergestellt werden. Und in deren Hände gehöre auch der Tourismus. Wenge gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass es ja durchaus vorstellbar sei, dass die Kommunalaufsicht einmal fragen könne, wieso sich eine in der Konsolidierung befindliche Stadt wie Wuppertal eigentlich ein eigenes Marketing leistet.

Der Kiesbergtunnel muss nach Ansicht der IHK unbedingt erhalten bleiben und saniert werden. Gleiches gilt für die Müngstener Brücke, die für moderne Züge ertüchtigt werden soll. In Sachen Energie fordert die IHK Verlässlichkeit und Kontinuität – und appelliert zugleich an die Unternehmen, die Effizienz zu steigern und eigene Rohstoffstrategien zu entwickeln.

Mehr duale Studienangänge und neue Studienangebote für bereits beruflich qualifizierte Menschen wünscht sich die IHK ebenso wie eine weitere Förderung der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft.

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