Posten des bergischen Polizeipräsidenten ist seit Monaten unbesetzt.

Posten des bergischen Polizeipräsidenten ist seit Monaten unbesetzt.
Im September 2017 wechselte die bisherige Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher als neue Regierungspräsidentin nach Düsseldorf. Archiv

Im September 2017 wechselte die bisherige Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher als neue Regierungspräsidentin nach Düsseldorf. Archiv

Andreas Fischer

Im September 2017 wechselte die bisherige Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher als neue Regierungspräsidentin nach Düsseldorf. Archiv

Lange Zeiten ohne Chef sind für die Polizeibeamten in Solingen, Remscheid und Wuppertal eigentlich nichts Neues: Bereits 2009 war das Amt des Polizeipräsidenten mit Sitz in Wuppertal mehr als ein Jahr unbesetzt. Jetzt ist es wieder soweit: Im September 2017 ist die bisherige Amtsinhaberin Birgitta Radermacher als neue Regierungspräsidentin nach Düsseldorf gewechselt. Seitdem ist das Amt unbesetzt.

Die kommissarische Leitung des Präsidiums übernimmt seither die Leitende Polizeidirektorin Irmgard Baumhus. Für die 56-jährige Spitzenbeamtin ist es eine Doppelbelastung. Denn ihre Aufgaben als Leiterin „Gefahrenabwehr und Einsatz“ der Polizei im Bergischen Land muss sie seitdem in Doppelfunktion ausüben.

Das bedeutet: Irmgard Baumhus ist im Polizeialltag für alle Polizeiwachen im Bergischen Land verantwortlich und leitet zudem übergangsweise das Präsidium: „Das ist eine erhebliche Doppelbelastung“, heißt es aus Polizeikreisen. Denn mit 1693 Mitarbeitern ist die Behörde eines der größten Polizeipräsidien in Nordrhein-Westfalen. Für diese Leistung hat sie sich in den zurückliegenden Monaten viel Anerkennung bei ihren Untergebenen erworben. „Sie macht das sehr gut“, sagt einer, der nicht genannt werden möchte.

Vieles deutet darauf hin, dass sie diese Doppelbelastung auf unabsehbare Zeit weiter schultern muss. Denn fragt man nach möglichen Nachfolgern, bekommt man nur Schulterzucken zur Antwort: Im CDU-geführten Innenministerium bittet man um Geduld. „Wir arbeiten intensiv an einer Nachbesetzung.“ Denn die Stelle sei zu wichtig, um sie zu lange unbesetzt zu lassen, erklärt ein Ministeriumssprecher.

Mit so einer langen Vertretung hat Irmgard Baumhus nicht gerechnet

Der SPD-Landtagsabgeordnete Josef Neumann drängt auf ein schnelleres Vorgehen: „Das Polizeipräsidium Wuppertal ist eines der größten Polizeipräsidien in NRW. Der Aufgabenbereich ist entsprechend verantwortungsvoll und herausfordernd. Auch deshalb erwarte ich eine zügige und qualifizierte Nachbesetzung der Stelle der Polizeipräsidentin“, fordert Neumann. „Eine Hängepartie, die wir bereits 2009 unter der damaligen schwarz-gelben Regierung hatten, als es um die Nachbesetzung des damaligen Polizeipräsidenten Joachim Werries ging, darf sich nicht wiederholen.“

Seit mehr als vier Monaten ist der Posten unbesetzt. Mit so einer langen Vertretung hätte wahrscheinlich selbst Irmgard Baumhus nicht gerechnet. Bereits im September sagte sie zur Nachbesetzung der Stelle: „Wir wissen nicht, wann das sein wird, wir gehen aber nicht davon aus, dass es sehr lange dauern wird.“ Baumhus wurde 1961 in Langenberg geboren und war unter anderem als Dezernatsleiterin beim Landeskriminalamt für Internetrecherche und Auswertung von Kinderpornografie zuständig. Vorher leitete sie die Polizeiinspektion West im Kreis Mettmann. Zuletzt war sie in Düsseldorf die Chefin der Polizeiinspektion Nord, wobei unter anderem die Sicherheit an Flughafen, Messe und Fußballstadion in ihren Aufgabenbereich fielen.

In Wuppertal sollte mit Baumhus nun kein völlig neues Kapitel beginnen. Die Leitende Polizeidirektorin sagte bei ihrer Einsetzung: „Aus meiner Sicht ist die Behörde gut aufgestellt. Das große Ganze stimmt.“ Sie sei sich bewusst, dass ihre aktuelle Doppelrolle auch eine Doppelbelastung bedeutet. Allerdings weiß Baumhus: „Ich kenne ja aus meiner Wuppertaler Zeit das Führungspersonal weitestgehend und kann mich auf meine Crew verlassen.“

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