Die Bau-Überwachung greift durch: Innen-Systeme der umstrittenen Anlage am Dönberg sind größer als genehmigt.

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Alle Räder stehen still: Auf der Baustelle der umstrittenen Hühnerfarm am Fettenberger Weg darf nicht weitergebaut werden.

Alle Räder stehen still: Auf der Baustelle der umstrittenen Hühnerfarm am Fettenberger Weg darf nicht weitergebaut werden.

Andreas Fischer

Alle Räder stehen still: Auf der Baustelle der umstrittenen Hühnerfarm am Fettenberger Weg darf nicht weitergebaut werden.

Wuppertal. Nach einem Ortstermin am Fettenberger Weg hat die Bau-Überwachung der Stadt Wuppertal am Dienstag die umstrittene Hühnerstall-Baustelle am Dönberg mit sofortiger Wirkung stillgelegt. Das bestätigte Martina Eckermann vom Presseamt Dienstagnachmittag auf Nachfrage der WZ.

"Eine nachträgliche Aufstockung der Anlage kann und wird es mit uns  nicht geben."

Martina Eckermann, Stadtsprecherin, zur Stall-Anlage am Fettenberger Weg.

Demnach wurden bei der Inneneinrichtung des Stall-Systems Vorgaben aus der Baugenehmigung nicht eingehalten. "Eingebaut wurde eine komplett andere Anlage als vereinbart", erklärt Eckermann. Das System, das man bei der gestrigen Kontrolle vorgefunden habe, lasse "eine weitaus höhere Zahl von Tieren" dort zu - und sei mit der Stadt Wuppertal in dieser Form nicht machbar: "Eine nachträgliche Aufstockung der Anlage kann und wird es mit uns nicht geben", stellt die Stadtsprecherin im Gespräch mit der WZ klar. Das habe man auch den Stall-Gegnern "immer klar gesagt".

Zukunft des Bauvorhabens im Schutzgebiet ist nun offen

Neben der Baugenehmigung sind nach Angaben der Stadt nun auch die ihr zugrunde liegenden Gutachten hinfällig, so dass die Zukunft der Baustelle im Landschaftsschutzgebiet offen ist.

Seitdem bekannt ist, dass am Fettenberger Weg eine Stall-Anlage für Legehennen entsteht, gibt es massive Kritik am Bauvorhaben im Landschaftsschutzgebiet: Nach dem Baurecht gelten Landwirte im Außenbereich als privilegiert, was die Errichtung großer Stall-Anlagen ermöglicht. Das ist landesweit umstritten - mit Blick auf den Landschaftsschutz.

Ein Streitpunkt ist, dass in der Nachbarschaft auf Velberter Gebiet bereits ein großer Stall steht. Kritiker werfen dem Bauherrn bei der Planung der Ställe ein strategisches Vorgehen vor.

Entgegen aller Kritik habe man gerade auch dieses Bauvorhaben immer sehr genau überprüft, fügt Eckermann hinzu - und eben jetzt Konsequenzen gezogen: So sollen in der Anlage am Fettenberger Weg anstatt sechs insgesamt zwölf Bänder zur Kot-Entsorgung installiert worden sein.

Damit habe man bei der Überwachung des geplanten Betriebs nun keinen Anhaltspunkt mehr, wie viele Legehennen tatsächlich im Stall untergebracht sind. Auch das Lüftungssystem der Großanlage ist ein Kritikpunkt.

Wie berichtet, war am Dönberg die Unterbringung von insgesamt 14 940 Legehennen genehmigt: Erst bei einer Zahl ab 15 000 Tieren wäre eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich gewesen. Wiederholt hatten die Gegner des Bauvorhabens - sie sind auch im Bürgerverein Naturlandschaftsschutz Deilbachtal organisiert - befürchtet, dass am Dönberg aber weitaus mehr Tiere untergebracht werden sollen.

"Ich gebe dazu keine Stellungnahme mehr ab."

Richard Hennenberg, Bauherr, zum Baustopp am Dönberg.

Das hat der Nevigeser Agrar-Unternehmer Richard Hennenberg als Bauherr auf Nachfrage wiederholt zurückgewiesen. Ihn erreichte die WZ Dienstagnachmittag auf dem Rückweg aus Norddeutschland. "Ich gebe dazu keine Stellungnahme mehr ab", sagte er am Abend - zeigte sich jedoch nach wie vor zuversichtlich.

 

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