Der neue Vordereinstieg bei den Bussen der WSW sorgt für viel Unmut und Ärger bei Fahrgästen.

Verkehr
Seit dem 1. Januar geht es nur noch über die Vordertür in den Bus. Das finden nicht alle gut.

Seit dem 1. Januar geht es nur noch über die Vordertür in den Bus. Das finden nicht alle gut.

Andreas Fischer

Seit dem 1. Januar geht es nur noch über die Vordertür in den Bus. Das finden nicht alle gut.

Wuppertal. Seit Neujahr könnte man die Stimmung in und um die Busse der WSW als durchaus eisig beschreiben. Grund sind dieses Mal nicht die riesigen Eisberge, die sich mancherorts noch immer türmen und die seit Anfang Dezember für massive Ausfälle im Busverkehr sorgen, sondern der seit dem 1. Januar eingeführte Vordereinstieg.

„Mist ist das, ganz großer Mist“, macht eine 72-Jährige Dame ihrem Ärger Luft. Alles würde nun länger dauern und wenn man schwer bepackt sei, sei es doch sehr mühsam das Ticket aus der Tasche hervorzukramen. Außerdem sei es unangenehm draußen in der Schlange warten zu müsseb, wenn es zum Beispiel mal wieder regnete. So wie diese Dame klagten am Montag am Döppersberg viele über die neue Regelung der WSW.

Viele Fahrgäste kennen die neuen Regeln noch nicht

Der Vordereinstieg erscheint ihnen lästig, ist für viele Fahrgäste in erster Linie aber wohl schlichtweg ungewohnt.

Auch die Busfahrer klagen. Über Fahrgäste, die entweder nicht Bescheid wissen, oder solche, die die neuen Regelungen konsequent ignorieren. Nicht selten kommt es da zur Diskussion zwischen Fahrgast und Busfahrer, die an diesem Vormittag mancherorts auch etwas härter ausfällt.

Beim Ehepaar Fröhlich ist man geteilter Meinung zum Vordereinstieg. Während Ehefrau Fröhlich den Vordereinstieg „schon etwas lästig“ findet, ist ihr Mann begeistert. „In anderen Städten gibt es das doch auch längst und dort gibt es gar keine Probleme. Nur in Wuppertal klappt so etwas nicht. Aber hier dauert ja bekanntlich alles etwas länger.“ Eine vorübergehende Passantin kann ihm nur zustimmen: „Die Kontrollen stören mich nicht. Wenn es dadurch dann wirklich weniger Schwarzfahrer gibt, ist das doch super.“

Viele Busfahrer fürchten den Schüleransturm nach den Ferien

Auf WZ-Nachfrage bestätigen die Stadtwerke, dass es auf zu engen und glatten Straßen nach wie vor Probleme gibt, alle Linien wieder regulär fahren zu lassen. Grundsätzlich liege es im Ermessen jedes Fahrers, wo er seine Passagiere einsteigen lässt – abhängig vom Schnee an den Haltestellen und von der Einhaltung des Fahrplans. Man gehe davon aus, dass sich das System nach der Eingewöhnungszeit bewährt und es dann auch keine Probleme mehr gibt.

Im nächsten Winter sollen Fahrgast-Informationen schneller bei den WSW online verfügbar sein – etwa, wenn es Ausfälle oder Verspätungen gibt. Das ist derzeit immer noch auf mehr als 50 Linien der Fall.   

Ilka Grosse findet den Vordereinstieg gut. „Wenn sich alle dran halten und keiner drängelt, ist das doch völlig in Ordnung“, sagt sie. Ungewohnt sei nun lediglich, dass man sein Ticket immer in greifbarer Nähe haben müsse. Dass das Kartenlesegerät im Bus heute morgen nicht funktioniert habe, sieht sie mit einem Schmunzeln. „Ich dachte Kinderkrankheiten gäbe es nicht mehr.“

Sorgen bereitet vielen Busfahren der Schulstart am kommenden Montag. „Das sind Massen von Schülern. Wie sollen wir denn die alle kontrollieren?“, fragt ein Busfahrer. An die zigtausend Studenten, die dann wieder täglich zur Uni fahren, will er gar nicht erst denken. Eine Kontrolle erscheint ihm da fast unmöglich.