Der Kammerchor „amici del canto“ hatte eingeladen, um mit den ersten drei Teilen des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach das Fest gebührend zu begehen.

Der Kammerchor „amici del canto“ hatte eingeladen, um mit den ersten drei Teilen des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach das Fest gebührend zu begehen.
Gesang wie aus einem Guss: Großer Abend im Oberbarmer Kulturzentrum.

Gesang wie aus einem Guss: Großer Abend im Oberbarmer Kulturzentrum.

Stefan Fries

Gesang wie aus einem Guss: Großer Abend im Oberbarmer Kulturzentrum.

Am Tag vor Heiligabend lag das musikalische Zentrum Wuppertals in Oberbarmen. Der Kammerchor „amici del canto“ hatte eingeladen, um mit den ersten drei Teilen des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach das Fest der Feste gebührend zu begehen.

Man ließ sich nicht zweimal bitten, pilgerte in Scharen dorthin. Und es gab hinterher wohl niemanden, der nicht selig von dannen zog.

Jede Gesangsgruppe sang wie aus einem Guss

Denn das vokale Aushängeschild der Stadt sorgte für eine unglaublich schöne Aufführung dieser hochgeschätzten Musik. In allen Belangen perfekt disponiert präsentierten sich die etwa 30 Choristen. Hinsichtlich Homogenität blieben keine Wünsche offen. Keine Einzelstimme war heraushörbar. Jede Gesangsgruppe sang wie aus einem Guss. Solch ein hohes Niveau bietet sogar mancher Profichor nicht. Außerdem waren Sopran, Alt, Tenor und Bass dynamisch fein aufeinander abgestimmt. So geriet jede Chor- und Choralpartie zu einem absoluten Hörgenuss. Auch die Kammerphilharmonie Wuppertal (Einstudierung: Werner Dickel) ließ die Herzen im ausverkauften Haus höherschlagen. Ein nuanciertes Klangbild überzeugte genauso wie die hochmusikalischen solistischen Einlagen bei manchen Arien und dem Duett „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen“. Wenige kleine Ungenauigkeiten bei den hochgradig schweren Trompetenstellen trübten den Gesamteindruck nicht. Hochengagiert gesellten sich die Gesangssolisten hinzu. Leonhard Reso glänzte mit einem strahlend-lyrischen Tenor, die bestens zu seiner Rolle als Erzähler passte. Altistin Eva Marti beeindruckte ebenfalls mit einer ausdrucksvollen Stimme wie Julia Sophie Hagenmüller. Ihr Sopran hätte nur etwas tragfähiger sein können. Unter anderem gestaltete Bassist Matthias Sprekelmeyer die große Arie „Großer Herr und starker König“ trotz kleiner Schwächen in der Höhe sehr ergreifend. Jederzeit war Chorleiter Dennis Hansel allen Interpreten ein umsichtiger und zuverlässiger Dirigent.

Die große Begeisterung des Publikums war während der gesamten Aufführung spürbar. Dementsprechend volltönend erschallten „Tochter Zion“ und „Engel auf den Feldern singen“ aus jedem Winkel des Kirchenschiffs und der Emporen. Mit „O du fröhliche“ zum Schluss dauerte es eine Weile. Denn direkt nach dem finalen Chor „Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“ gab es spontan ausgiebigen frenetischen Beifall plus Fußgestampfe und mancher Jubelrufe. has

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