Der Klimawandel wird das Wetter in Wuppertal extremer machen. Das heißt: Die Stadt muss vorbereitet werden – mit höheren Bordsteinen und größeren Kanälen.

Aufgerissen: Auf der Briller Straße zeigte sich vor drei Jahren die Gewalt des Hochwassers.
Aufgerissen: Auf der Briller Straße zeigte sich vor drei Jahren die Gewalt des Hochwassers.

Aufgerissen: Auf der Briller Straße zeigte sich vor drei Jahren die Gewalt des Hochwassers.

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Aufgerissen: Auf der Briller Straße zeigte sich vor drei Jahren die Gewalt des Hochwassers.

Wuppertal. Stadt und Stadtwerke ließen im Umweltausschuss keinen Zweifel: Der Klimawandel wird in den kommenden Jahrzehnten bis 2040 gerade auch in Wuppertal zur Herausforderung, was den Umgang mit Sturzfluten und Hochwasser nach extremem Regen angeht. Um dafür gerüstet zu sein, müssen Straßen, Wege und Kanäle in Zukunft anders gebaut werden – sofern das bezahlbar ist.

Sturzfluten in Straßenschluchten: Bergstrecken als Risiko

Eine „zunehmende Gefahr“ gehe vom sogenannten Starkregen aus, betont Bernard Arnold vom städtischen Ressort für Umweltschutz: „Bei starkem Gelände- und Straßengefälle, wie es für Wuppertal typisch ist“ könne es sehr schnell „zu reißenden Sturzfluten“ kommen.

Und auch Arnold spricht von einem „Paradigmenwechsel“, der Stadtplanung und Hochwasserschutz verbindet – nicht zuletzt angesichts der topografischen Lage Wuppertals: Bei Steigungen um bis zu 200 Meter von der Talsohle aus, gut 500 Treppen im Stadtgebiet und etlichen Straßen mit Längsneigungen habe man es hier mit besonderen Risiken zu tun, sollte es in extrem kurzer Zeit extrem viel regnen.

Welche Kraft solche Regenfluten entwickeln können, zeigte sich im Sommer 2008 nach massiven Schäden an der Briller Straße. Dabei wurde auch deutlich, dass das bestehende Kanalsystem nur sehr begrenzt Abhilfe schafft, wenn sich das Wasser in Rekordmengen seinen Weg sucht.

Eine Konsequenz daraus ergibt sich für den Straßenbau selbst: Während Straßenflächen abgesenkt werden müssen, sind Bordsteine entsprechend anzuheben, damit Regenwasser besser und vor allen Dingen gezielt ablaufen kann. Im Maßnahmenkatalog der Stadt steht aber auch die Errichtung kleiner Mauern, die Flutwellen in weniger gefährdete Bereiche lenken können. Hinzu kommt die Möglichkeit, Parkplätze und Stellflächen um 10 bis 20 Zentimeter abzusenken, um dort vorübergehend auch Wasser einstauen zu können.

Beim Hochwasserschutz arbeiten Stadt, Stadtwerke und der Wupperverband zusammen – einbezogen werden auch die Einsatzkräfte und weitere Institutionen, um sich möglichst breit aufzustellen. Besonderes Augenmerk gilt dabei bedrohten Flächen entlang der Wupper und an Bächen. Gewährleistet das Talsperrensystem den Hochwasserschutz an der Wupper, sind es gerade Nebengewässer, die nach sehr starkem Regen gefährlich werden können.

Aber es bleibt nicht bei Bautechnik: Die Stadt will sich gezielt mit Besitzern von Grundstücken in Verbindung setzen, die durch Hochwasser gefährdet sind – gerade in Straßenzügen. Strömungsdiagramme sollen zudem zeigen, wohin sich das Oberflächenwasser nach Starkregen genau bewegt und wo es für Anwohner besonders gefährlich werden kann. In den kommenden zwei Jahren sollen auch digitale Geländeprofile entstehen, um Risikoflächen zu finden und Hochwasser zu simulieren.

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