Der Baustart hatte sich wegen erhöhter Kosten verzögert. Neue Ausschreibung brachte deutlich günstigere Angebote.

Der Baustart hatte sich wegen erhöhter Kosten verzögert. Neue Ausschreibung brachte deutlich günstigere Angebote.
So sollen die Wohnungen aussehen. Entwurf: Architektur-Contor ACMS

So sollen die Wohnungen aussehen. Entwurf: Architektur-Contor ACMS

So sollen die Wohnungen aussehen. Entwurf: Architektur-Contor ACMS

Grifflenberg. Eigentlich sollten schon Mitte Juli vergangenen Jahres die Bagger für den Bau von fünf neuen Studentenwohnheimen rollen. Doch immer noch ragen an der oberen Max-Horkheimer-Straße auf der Grünfläche zwischen Straße und Kleingartensiedlung die abgeholzten Baumstümpfe aus dem Boden. Ein Jahr ist es her, dass die Bäume gefällt wurden. Warum ist noch nicht mehr passiert?

Fritz Berger, Geschäftsführer des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal (HSW), klärt auf: „Die europaweite Ausschreibung hatte ein so schlechtes Ergebnis, dass wir sie aus wirtschaftlichen Gründen wieder aufheben mussten.“ Die sich bewerbenden Baufirmen hatten so hohe Kosten angeboten, dass das ursprünglich vorgesehene Budget von 11,8 Millionen Euro weit überschritten worden wäre. Bei einer deutlichen Abweichung könne die Ausschreibung – wie geschehen – wieder zurückgenommen werden, erklärt Berger. Was aber den Baubeginn deutlich verzögerte.

Die Kosten für den Bau liegen bei mehr als zwölf Millionen Euro

Der Baustart hatte sich wegen erhöhter Kosten verzögert. Neue Ausschreibung brachte deutlich günstigere Angebote.
Foto: Andreas Fischer

Auch ein Jahr nach den ersten Arbeiten ragen die Baumstämme aus dem Gelände hervor.

Eine erneute Ausschreibung ergab tatsächlich viel sparsamere Angebote. „Wir können nun einen deutlichen sechsstelligen Betrag günstiger bauen“, sagt Berger. Bei welchen Gesamtkosten man nun landen werde, kann er noch nicht genau beziffern. „Die Kosten werden aber über zwölf Millionen Euro liegen“, sagt Berger. Eine deutliche Überschreitung der Kosten versuche das Hochschul-Sozialwerk generell zu vermeiden. „Wir planen sehr genau“, sagt Berger. So habe man sich nicht auf die Bodenuntersuchung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW verlassen, von dem man das Grundstück gekauft hatte. Zusätzlich habe man eigene Bodenuntersuchungen veranlasst. Diese hätten ergeben, dass die Stützen für die Fundamente auf dem abschüssigen Gelände noch tiefer in den Boden reichen müssten als bisher angenommen. „Es handelt sich zum Teil um festen Untergrund, zum Teil um altes, aufgeschüttetes Gelände“, erklärt Berger.

132 Wohnplätze gibt es, sie können später auch umgewandelt werden

Die Baukosten seien in der derzeit starken Baukonjunktur aber ohnehin schwer niedrig zu halten. „Das ist die Schattenseite der niedrigen Zinsen“, sagt Berger. Es werde extrem viel gebaut, es gebe Anzeichen für eine Überhitzung des Marktes. Viele Baufirmen seien nicht nur stark ausgelastet, sondern sich auch ihres Wertes bewusst. Umso höhere Kosten setzten viele bei ihren Angeboten auf Ausschreibungen an.

Baustart für die fünf neuen Studentenwohnheime mit insgesamt 132 Wohnplätzen sei nun der 18. Januar, kündigt Berger an. Nach der Einrichtung der Baustelle stünden dann zunächst die Arbeiten am Untergrund an. Nach der Ausschachtung folgten Fundamentbau und Rohbau des Gebäudes. Die Fertigstellung ist nun für September 2019 geplant.

Viele Studierende werden es kaum erwarten können. Zwar sei die Zahl der Studierenden zuletzt leicht gesunken, doch noch immer sind laut Berger knapp 22 000 zumeist junge Menschen an der Bergischen Universität eingeschrieben. Auch wenn Prognosen derzeit von einem langfristigen Rückgang der Studierendenzahlen ausgingen, werde der Bedarf für die Wohnungen dauerhaft vorhanden sein, so Berger. Selbst, wenn die Studierendenzahl, wie etwa vor einigen Jahren noch, bei 13 000 liegen würde, sei genügend Bedarf vorhanden. Denn nicht nur die Nachfrage der Studierenden nach günstigem und universitätsnahem Wohnraum sei groß genug, die Wohnungen seien auf dem neuesten technischen Stand und deshalb sehr attraktiv. Die Häuser verfügten über Passivenergieversorgung, guten Schallschutz und hätten wenig tragende Wände, so dass bei Bedarf sogar andere Wohnkonstellationen als die zunächst geplanten Ein- oder Zwei-Personen-Einheiten oder Wohngemeinschaftseinheiten möglich seien.

Variowohnungen nennt sich das mehrfach ausgezeichnete und vom Bund mit knapp zwei Millionen Euro geförderte Konzept, demzufolge die Häuser einfach für Familien oder Senioren umgebaut werden könnten. Doch das werde so schnell nicht nötig werden, ist sich Berger sicher.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer