Säuglingsgeschrei, quengelnde Geschwister: Beim Projekt „Guter Start mit Baby“ unterstützen Ehrenamtlerinnen junge Mütter.

Ehrenamtlerin Nivan Canbolat (links mit Lasse) hilft Katrin Krantz und spielt mit Finn und Mira.
Ehrenamtlerin Nivan Canbolat (links mit Lasse) hilft Katrin Krantz und spielt mit Finn und Mira.

Ehrenamtlerin Nivan Canbolat (links mit Lasse) hilft Katrin Krantz und spielt mit Finn und Mira.

Anna Schwartz

Ehrenamtlerin Nivan Canbolat (links mit Lasse) hilft Katrin Krantz und spielt mit Finn und Mira.

Wuppertal. Begeistert springen Finn (5) und Mira (2) Nivan Canbolat entgegen. Sofort ziehen die beiden Kinder die junge Frau in die Spiel-Ecke. Innerhalb von wenigen Wochen haben sie die Ehrenamtlerin des Projekts „Guter Start mit Baby“ ins Herz geschlossen. Auch die Mutter Katrin Krantz ist erleichtert.

Da Nivan Canbolat jetzt zweimal pro Woche gegen Abend kommt, hat sich die Situation zu Hause entspannt: „Mir ist wirklich ein Stein vom Herzen gefallen, als sie zugesagt hat.“ Denn ihr Partner kommt immer erst spät nach Hause, und mit ihrem elf Wochen alten Säugling Lasse hat Katrin Krantz viele Sorgen: Der kleine Junge wurde gehörlos geboren und hat bereits die erste Operation hinter sich. Im neuen Jahr soll Lasse zweimal pro Woche zur Frühförderung kommen, etwas später werden daraus vier Termine pro Woche.

Deshalb kann die 38-Jährige Unterstützung gut gebrauchen. „Meine Hebamme hat mich bearbeitet, dass ich das Angebot nutzen soll.“ Nivan Canbolat nähert sich dem Ende ihres Wirtschaftsingenieurs-Studium und suchte ein Ehrenamt. Dabei stieß sie auf „Guter Start mit Baby“ und freut sich nun sehr über die Aufgabe: „Die Kinder haben mich sofort ganz lieb aufgenommen.“ Wenn die Mutter jetzt mit dem häufig schreienden Lasse beschäftigt ist, kann die 26-Jährige vorlesen oder ein Spiel mitspielen.

Nach drei Monaten müssen sich die Helferinnen verabschieden

Mit ihren 26 Jahren ist Nivan Canbolat eher die Ausnahme im Team der Elternschule: Die meisten Ehrenamtlerinnen haben das Berufsleben hinter sich. „Es versteht sich wie eine nachbarschaftliche Hilfe“, erklärt die Organisatorin Susanne Pilters. Die Frauen kümmern sich um das Neugeborene oder Geschwisterkinder, hören der Mutter zu und geben auf Wunsch auch Rat.

Ganz junge Mütter mit dem ersten Kind suchen ebenso Hilfe wie ältere Mütter mit vielen Kindern. Aus allen Stadtteilen und Schichten erreichen Pilters Anfragen. Dabei stehen die Regeln fest: Nach drei Monaten müssen sich die Frauen aus der Familie verabschieden, damit sie wieder Zeit für ein frisches Neugeborenes haben. „Das fällt vielen Ehrenamtlerinnen schwer“, erzählt Susanne Pilters. Viermal im Jahr treffen sie sich deshalb mit einer Sozialpädagogin, um Themen wie Abgrenzung, Bedürfnisse von Kindern oder Stillen zu besprechen.

Die Kinder genießen es, eine Erwachsene ganz für sich zu haben. „Soll ich dir etwas zeigen?“, fragt Finn und flitzt los, um ein Auto zu holen. „Durch Nivans Hilfe haben wir endlich wieder ein normales Familienleben“, sagt Katrin Krantz zufrieden.

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