Die Bergische Universität hat großen Anteil am Erfolg des CERN in Genf. Dort ist man den Bausteinen des Universums auf der Spur.

Forschung
Die größte Maschine der Welt: Der Teilchenbeschleuniger LHC im Genfer Cern-Institut. Auch Wuppertaler Forscher um Professor Peter Mättig (Foto unten) haben daran entscheidend mitgewirkt. Fotos (2): Archiv

Die größte Maschine der Welt: Der Teilchenbeschleuniger LHC im Genfer Cern-Institut. Auch Wuppertaler Forscher um Professor Peter Mättig (Foto unten) haben daran entscheidend mitgewirkt. Fotos (2): Archiv

NN

Die größte Maschine der Welt: Der Teilchenbeschleuniger LHC im Genfer Cern-Institut. Auch Wuppertaler Forscher um Professor Peter Mättig (Foto unten) haben daran entscheidend mitgewirkt. Fotos (2): Archiv

Wuppertal. Seit zwei Jahren ist der Large Hadron Collider (LHC) am Europäischen Zentrum für Teilchenphysik CERN (Genf) in Betrieb. Am gestrigen Mittwoch verkündeten die LHC-Physiker – unter ihnen eine große Gruppe der Bergischen Universität Wuppertal – eine Weltsensation. Sie haben ein neues schweres elementares Teilchen beobachtet. Es wiegt etwa so viel wie 133 Wasserstoffkerne. Erste Untersuchungen weisen darauf hin, dass es das sogenannte „Higgs Teilchen“ sein könnte, das elementaren Teilchen Masse gibt und für das Verständnis unseres Universums eine zentrale Rolle spielt.

Längt sind noch nicht alle Rätsel gelöst

„Es deutet vieles darauf hin, dass eines der großen Rätsel der Physik geklärt ist. Aber wir müssen die Eigenschaften dieses neuen Teilchens genau vermessen, ehe wir es endgültig wissen“, erklärt Prof. Peter Mättig (Foto) von der Bergischen Universität. Ob das beobachtete Teilchen das lang erwartete Higgs ist, kann aber erst durch weitere, viel genauere Untersuchungen entschieden werden – es kann auch etwas völlig Neues und Unerwartetes bedeuten. Im Dezember 2011 gab es erste Anzeichen für das neue Teilchen. „Allerdings war die Stärke des Signals zu schwach, um es eindeutig vom Rauschen zu trennen“, sagt Prof. Mättig. Am Mittwoch wurde am CERN das Ergebnis mit mehr als doppelt so vielen Daten vorgestellt. Mättig: „Damit ist klar, dass es sich wirklich um ein neues Teilchen handelt.“

Die Wuppertaler Gruppe arbeitet am Atlas Experiment – dem größten Mess-Apparat am CERN – und hat wesentliche Beiträge zu der Beobachtung geleistet. Die Gruppe um die Professoren Peter Mättig, Wolfgang Wagner und Christian Zeitnitz hat Komponenten des Atlas Experiments gebaut, die die Grundlage der Entdeckung bilden. Sowohl der zum Teil in Wuppertal gebaute Pixeldetektor als auch das Kalorimeter, ein Messgerät zur Bestimmung der Energie der Teilchen, für das Wuppertal spezielle Verantwortung übernommen hat, spielten bei der Identifizierung des Teilchens eine wichtige Rolle. „Während der letzten Monate ist das Wuppertaler Computing Zentrum heiß gelaufen“, sagt Torsten Harenberg, Leiter des Zentrums. Für die Interpretation der Daten sind die Berechnungen von Prof. Robert Harlander, Theoretischer Teilchenphysiker an der Bergischen Universität, von enormer Bedeutung. In einer der am meisten beachteten Veröffentlichungen der letzten Jahre hat er präzise einige Eigenschaften des neuen Teilchens berechnet. red

Im Röntgen-Museum in Remscheid findet zurzeit eine Ausstellung zum LHC („Weltmaschine“) statt. Im Rahmen dieser Ausstellung werden Wuppertaler Physiker die Ergebnisse erklären.

Prof. Harlander spricht am Donnerstag, 6. September, über das Thema: „Wie viel wiegt ein Punkt? Über die Natur der Masse“. Prof. Mättig referiert am Donnerstag, 27. September, über „Eine Milliarde Mal heißer als die Sonne – wie der LHC das schafft und was man daraus lernt.“

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer