Die Kleiderkammern suchen dringend gut erhaltene Mäntel und Jacken. Die Stadt weist weiter auf die Kälte-Hotline hin.

Mitarbeiterin Patrycja Kwiatek von der Caritas-Kleiderkammer an der Hünefeldstraße.
Mitarbeiterin Patrycja Kwiatek von der Caritas-Kleiderkammer an der Hünefeldstraße.

Mitarbeiterin Patrycja Kwiatek von der Caritas-Kleiderkammer an der Hünefeldstraße.

Andreas Fischer

Mitarbeiterin Patrycja Kwiatek von der Caritas-Kleiderkammer an der Hünefeldstraße.

Wuppertal. Viele Kleiderkammern melden laut eines WDR-Berichtes volle Räume. In Wuppertal sieht das anders aus. „Gerade Winterkleidung wird uns aus den Händen gerissen“, berichtet Tina Kielhorn aus der Kleiderkammer der Tafel.

Das gleiche Bild in bei Caritas, Diakonie und Rotem Kreuz: Die Kammern sind nicht leer gefegt, aber es gibt genügend Platz für weitere Spenden.

„Wir müssen rund drei bis fünf Tonnen Kleidung entsorgen, weil sie einfach nicht mehr tragbar sind.“

             Kommentar eines Tafelmitarbeiters angesichts der Kleidermenge

Durch die Flüchtlingswelle, die auch Wuppertal auffängt, schrumpfen die Lagerbestände. „Wir nehmen alles, was tragbar ist“, sagt Kielhorn.

Dazu gehören Winterschuhe, Socken, Unterwäsche und Co. Wer etwas abgeben möchte, sollte sich aber bei jedem Kleidungsstück fragen, ob er es selbst noch anziehen würde. „Wir müssen rund drei bis fünf Tonnen Kleidung entsorgen, weil sie einfach nicht mehr tragbar sind“, sagt ein Tafelmitarbeiter.

Diakonie, Bandstraße 18-20, Telefon 97444-0; Tafel, Kleiner Werth 50, Telefon 432946; Rotes Kreuz, Humboldtstraße 20, 8906-0; Caritas Hünefeldstraße 54a, Rufnummer: 28052-0.

Schon Ende 2012 ist eine rund um die Uhr erreichbare Hotline eingerichtet worden, unter der Menschen gemeldet werden können, die in der Kälte hilflos wirken, die auf Bänken, in Hauseingängen oder unter Brücken schlafen. Je nach Uhrzeit kümmern sich Ordnungsamt oder Feuerwehr um die Betroffenen. Die städtische Rufnummer dazu: 563-40 20.

Altkleider werden teilweise auch abgeholt, manchmal nehmen die Sozialverbände auch Möbel und andere Dinge für den Haushaltsbedarf an.

Die Diakonie freut sich zudem über gut erhaltene Schlafsäcke. Diese gibt das Team um Diana Bollinger vor allen Dingen an Obdachlose aus. „Man glaubt es kaum, wie viele Menschen auch bei diesem Wetter auf der Straße schlafen“, sagt Bollinger. Die Streetworker berichteten von Wuppertaler Obdachlosen, die lieber auf der Straße bleiben, als ein Hilfsangebot anzunehmen. Da kann ein gut erhaltener Schlafsack Wunder wirken.

„Man glaubt es kaum, wie viele Menschen auch bei diesem Wetter auf der Straße schlafen.“

Diana Bollinger, Diakonie Wuppertal

Auch beim Roten Kreuz sind die Lager „ganz normal gefüllt“. Dringend gesucht wird wie fast überall Kinderbekleidung, ganz besonders natürlich warme Sachen für die kalten Tage.

Lennart Krause, stellvertretender Leiter des Caritas-Internationalen Begegnungszentrums an der Hünefeldstraße, freut sich über Kleidung jeglicher Art: „Alles, was man guten Gewissens weitergeben kann, nehmen wir an.“

Projekt will hilflose Menschen vor Kälte schützen

Doch trotz aller Bemühungen, hilflose Menschen mit Kleidung auszustatten – sie müssen oft auch vor Schutzlosigkeit bewahrt werden. Und darum geht es beim Projekt „Kältekonzept für die Stadt Wuppertal“, das die ersten Winter bereits erfolgreich hinter sich gebracht hat. Das Konzept, das mit der Zielformulierung „Kein Mensch darf und soll erfrieren!“ überschrieben ist und Hilfsangebote sowie Kontakt zu Einrichtungen bündelt, beispielsweise von Wohnungslosenhilfe, Streetworkarbeit oder Ordnungsamt, soll nach Möglichkeit fortgeführt werden.

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