In Wuppertal leben 8826 Flüchtlinge. Für sie wird es zu Beginn des kommenden Jahres eine neue zentrale Anlaufstation geben.

Eine hohe Motivation bescheinigt Hans-Jürgen Lemmer den Flüchtlingen. Doch bei der Integration ist koordinierte Hilfe erforderlich.
Eine hohe Motivation bescheinigt Hans-Jürgen Lemmer den Flüchtlingen. Doch bei der Integration ist koordinierte Hilfe erforderlich.

Eine hohe Motivation bescheinigt Hans-Jürgen Lemmer den Flüchtlingen. Doch bei der Integration ist koordinierte Hilfe erforderlich.

dpa

Eine hohe Motivation bescheinigt Hans-Jürgen Lemmer den Flüchtlingen. Doch bei der Integration ist koordinierte Hilfe erforderlich.

Wuppertal. 8826 Flüchtlinge waren im November in Wuppertal registriert. Bis auf vier Prozent, die in Übergangseinrichtungen untergebracht sind, leben alle in privaten Wohnungen. „Wir sind bundesweit unter den Großstädten Spitzenreiter, was die Unterbringung von Flüchtlingen in Privatwohnungen angeht. Diese Wohnform erleichtert die Eingliederung und das Zusammenleben“, sagt Hans-Jürgen Lemmer, Leiter des Ressorts für Zuwanderung und Integration.

Um die Integration zu beschleunigen, wird zurzeit die Einrichtung des „Hauses der Integration“ vorbereitet. Das Jobcenter, die Agentur für Arbeit und das Ressort für Zuwanderung werden ab Mitte Januar unter einem Dach die Betreuung von Flüchtlingen anbieten. „Verkehrstechnisch ist der Standort an der B 7 neben dem Mediamarkt ideal“, sagt Hans-Jürgen Lemmer. Nachdem es vor einem Jahr vor allem darum gegangen sei, den Menschen schnell ein Dach über dem Kopf zu bieten, stünden nun die Sprachausbildung und die Vermittlung von Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten im Vordergrund.

Von den 8826 Flüchtlingen in Wuppertal sind 3926 anerkannt. 4371 Menschen sind noch nicht anerkannt oder ihr Asylantrag wurde abgelehnt. Außerdem werden 329 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Wuppertal betreut.

Stadt hofft auf berechenbare Zuwanderung

„Die Flüchtlingszahlen in Wuppertal sind rückläufig. Das liegt zum einen an den politischen Entwicklungen in Europa, aber auch daran, dass seit zwei Monaten Residenzpflicht gilt“, erklärt Lemmer. Für die Dauer von maximal drei Jahren müssen Flüchtlinge im Bundesland ihrer Erstzuweisung leben. Ab heute soll eine weitere Wohnsitzauflage innerhalb Nordrhein-Westfalens greifen. „Das macht für Städte wie Wuppertal die Zuwanderung von Flüchtlingen berechenbarer“, sagt Lemmer. Freizügigkeit genießen weiterhin die Einwanderer vor allem aus dem osteuropäischen Ausland, die den größeren Teil der Zuwanderung nach Wuppertal ausmachen. Ihre Betreuung stellt die Stadt vor große Herausforderungen, da darunter viele Menschen sind, die aufgrund ihrer Sprachprobleme und Ausbildung in prekären Verhältnissen leben.

Für einen Zeitraum von maximal sechs Monaten sind außerdem Flüchtlinge in Landeseinrichtungen auf Wuppertaler Stadtgebiet untergebracht. Aktuell wohnen im Arthotel in Heckinghausen 300 Menschen. „Die Kapazität dort ist nicht ausgeschöpft, das Land NRW hält sich Reserven offen“, sagt Sozialdezernent Stefan Kühn. Eine Reserve sei auch die geplante Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge in Ronsdorf. Die Bezirksregierung habe sich die Immobilie durch einen Mietvertrag gesichert, um für alle Entwicklungen gewappnet zu sein.

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