An der Friedrich-Engels-Allee gibt es eine gebündelte Anlaufstelle für Flüchtlinge.

An der Friedrich-Engels-Allee gibt es eine gebündelte Anlaufstelle für Flüchtlinge.
Franz Heuel, Stefan Kühn, Thomas Lenz und Jürgen Lemmer (v.l.). Fries

Franz Heuel, Stefan Kühn, Thomas Lenz und Jürgen Lemmer (v.l.). Fries

Franz Heuel, Stefan Kühn, Thomas Lenz und Jürgen Lemmer (v.l.). Fries

Wuppertal. Zuständig sind je nach Fall das Jobcenter, die Arbeitsagentur, das Ressort Zuwanderung oder das Jugendamt. Trotzdem haben Flüchtlinge jetzt in Wuppertal nur noch eine Anlaufstelle im Haus der Integration. Ein fester Mitarbeiter kümmert sich um Wohnung, soziale Beratung, Schule, Anerkennung von Zeugnissen, Sprachkurs, Praktika. Die Finanzierung und Organisation zwischen den Stellen regelt er im Hintergrund. Seit einer Woche läuft der Betrieb im Haus an der Friedrich-Engels-Allee auf der Grenze zwischen Elberfeld und Barmen. Bis zum Sommer soll das Ressort Zuwanderung und Integration einziehen.

„Was hier passiert, ist bundesweit einzigartig und wird Schule machen“, sagte Sozialdezernent Stefan Kühn bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Wuppertal gelte als Vorbild für andere Städte. So findet in der Stadthalle eine landesweite Konferenz zur Flüchtlingsorganisation für Kommunen statt.

Thomas Lenz vom Jobcenter schilderte die Problemlage: Viele der betreuten Menschen seien orientierungslos im deutschen Behördendschungel und bräuchten intensive Betreuung. Der Mix aus Verwaltungsbeamten, Dolmetschern, Integrationshelfern und Ehrenamtlern sei ideal. „Alle hier haben sich freiwillig gemeldet. Viele können mehrere Sprachen, haben selbst Migrationshintergrund.“

Der Weg bis zu einer richtigen Arbeitsstelle sei zwar lang und steinig, aber lohnend, betonte Franz Heuel von der Agentur für Arbeit. Drei Viertel von ihnen seien unter 35 Jahre alt. Deshalb sei es von großer Bedeutung, sie langfristig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Durch Arbeit lernten sie viel schneller Deutsch als im Sprachkurs. „Diese Menschen bringen eine ganze Menge Kompetenzen mit - es ist an uns, diese zu entdecken“, erklärte auch Hans-Jürgen Lemmer, Leiter des Ressorts Zuwanderung und Integration.

Die Ressortleiter rechnen damit, dass das Haus für Integration noch weiter ausgebaut wird. Jeden Monat kämen rund 400 neue Kunden des Jobcenters dazu. Deshalb seien weitere Stellen notwendig. Schon in den vergangenen Monaten wurden beim Jobcenter 30 neue Stellen und im Ressort Zuwanderung 50 neue Stellen geschaffen. tah

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