Mit einer neuen Methode werden Hämorrhoidenleiden auf schonende Weise behandelt.

Wuppertal. An der Klink Sankt Antonius werden Hämorrhoiden ohne operativen Schnitt behandelt. Koloproktologe und Sankt Antonius-Chefarzt Peter Prohm erklärt: "Das ist die sanfteste OP. Sie hat zwei Ziele: Zum einen soll die Blutzufuhr zu den Arterien verringert und zum anderen der Vorfall der Hämorrhoiden beseitigt werden."

Bei der Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur (HAL) werden die Hämorrhoidal-Arterien mit Hilfe eines speziellen Ultraschallsensors lokalisiert und die Hämorrhoide wird umstochen, so dass weniger Blut in die Arterien fließt. Folge: Der Druck in den Hämorrhoidalgefäßen sinkt, die Hämorrhoide wird kleiner und gelangt in ihre vorgesehene Position im Analkanal.

Die Funktion des Schließmuskels bleibt im Gegensatz zu früheren, operativen Verfahren erhalten; es muss nichts mehr entfernt oder genäht werden. Wenn die Hämorrhoiden so weit vorgefallen sind, dass die genannte Methode nicht ausreicht, wenden Ärzte ein zusätzliches Verfahren an - Recto-Anal-Repair (RAR) - bei dem die Schleimhaut mit Nähten "wie eine Mundharmonika gerafft und nach innen gezogen wird", veranschaulicht Prohm die Methode. Auf diese Weise gelangen die Hämorrhoiden dann wieder an den ursprünglichen Ort im Analkanal.

Hömorrhoidenbeschwerden trifft vor allem die ältere Bevölkerung

"Probleme haben vor allem ältere Menschen, bei denen das Bindegewebe schwächer wird und die Hämorrhoiden dadurch nicht mehr so komprimiert werden und sich ausdehnen", erklärt Prohm. Vorbeugen sei das A und O, vor allem auf sein Körpergewicht solle man achten und Sport treiben. Hämorrhoidenleiden bekommen Frauen und Männer gleichermaßen, doch "im Gegensatz zu früher sind die Menschen nun aufgeklärter und gehen eher zur medizinischen Vorsorge, sobald die ersten Beschwerden auftreten", sagt der Koloproktologe. Typische Beschwerden sind Juckreiz, Blutungen und Schmerzen, Sie treten auf, wenn die Oberfläche der Hämorrhoiden sich vergrößert.

"Früher, das heißt noch in den fünfziger Jahren, wurden die Hämorrhoiden radikal weggeschnitten, was oft Inkontinenz zur Folge hatte", sagt Prohm.

Koloproktologe Professor Doktor Peter Prohm, Chefarzt der Kliniken Sankt Antonius erläutert am Mittwoch, 18. März, das neue Verfahren, mit dem Hämorrhoiden ohne Schnitt entfernt werden können. Der Vortrag im Caritas-Infozentrum "Schaufenster", im Katholischen Stadthaus, Laurentiusstraße 7, beginnt um 18 Uhr.

Beide neuen Verfahren zusammen gibt es erst seit zwei, drei Jahren. Zum sogenannten "Anal-Lifting" (RAR) liegen daher auch noch keine Langzeitstudien vor. "Doch auch mit der Kombination beider Methoden haben wir sehr gute Erfolge gemacht", sagt Prohm zufrieden. Patienten werden stationär und unter Vollnarkose behandelt. Sie bleiben zwei, drei Tage zur Beobachtung im Krankenhaus. Die Operation selbst meistert Koloproktologe Prohm in zwanzig Minuten. "Als ich noch junger Assistenzarzt war, hat mein Chef drei Sitzungen für die Hämorrhoidenbehandlung gebraucht und der Patient war drei Wochen im Krankenhaus", erinnert sich Prohm und fügt hinzu: "Ein japanischer Chirurg hat 1997 damit begonnen, die Arterien zu unterbinden. Ich habe mir das in München angeschaut und war von der Methode begeistert."

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