Haftantritt für zwei Verureilte.

Wuppertal. Die Urteile im großen GWG-Verfahren um millionenschwere und verlustreiche Immobiliengeschäfte in den 90er Jahren sind seit Monaten rechtskräftig. Jetzt - acht Jahre nach Beginn der Ermittlungen - müssen zwei Hauptfiguren der gerichtlichen Aufarbeitung des Skandals ihre Strafen verbüßen. Wie die Staatsanwaltschaft bestätigt, haben der Ex-GWG-Geschäftsführer Helmut Sperling (Strafmaß: viereinhalb Jahre Haft) und der Ex-Vermittler Gerd Kolbe (drei Jahre) ihre Haft in der JVA Remscheid angetreten.

Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes sollte Sperling (71) im Justizkrankenhaus Fröndenberg untergebracht werden. Das ist hinfällig. Wie berichtet, hatte Kolbe  (63) wegen gesundheitliche Probleme um Strafaufschub bis Ende des vergangenen Jahres und "heimatnahe" Verbüßung gebeten.

Der Wuppertaler ist bereits während der gerichtlichen Aufarbeitung des GWG-Skandals von den Gerichten immer wieder gelobt worden, weil er über die GWG-Verstrickungen aussagte. Sein Verteidiger Harald Benninghoven hat die Erkrankung seines Mandanten zwar auch stets "als Resultat des überlangen Verfahrens" gewertet. Sein Mandant werde aber nicht versuchen, eine generelle Haftunfähigkeit geltend zu machen.

Bei Kolbe und Sperling geht die Staatsanwaltschaft von der Verbüßung im offenen Vollzug aus. Im Fall des Ex-GWG-Chefs Johannes Hiesgen (vier Jahre und neun Monate Haft) ist weiter offen, ob der herzkranke 70-Jährige seine Strafe im JVA-Krankenhaus verbüßt. spa

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