Die zwei jungen Männer, die am Freitag in der Sparkasse am Rolingswerth 8000 Euro erbeutet haben, flüchteten zu Fuß in den Festtrubel von Barmen Live.

Barmen. Dreister Überfall am Rolingswerth: Während sich die Barmer City langsam aber stetig füllte - immerhin läuft seit Donnerstag "Barmen live" in der Fußgängerzone - marschierten zwei Männer in die Filiale der Sparkasse, erbeuteten 8000 Euro, packten das Geld in eine Plastiktüte und tauchten zu Fuß im beginnenden Festtrubel unter.

"Wegen Überfall heute geschlossen."

Hinweisschild an der Sparkasse Rolingswerth

Das Duo - beide Räuber trugen Baseballkappen - war kurz vor 12 Uhr in der Filiale aufgetaucht. Einer hatte eine verhältnismäßig kleine Pistole dabei, bedrohte damit die Kassiererin. Verletzt wurde niemand. Kurz nachdem die Sparkasse Alarm gab, wimmelte es in der Barmer City von Polizeistreifen. In der Filiale selbst nahm die Spurensicherung ihre Arbeit auf.

Wenig später war klar: Das wird dauern. Immerhin müssen an die 80 Mitarbeiter befragt werden. Somit machte die Filiale am Freitag gar nicht mehr auf. Auf handgeschriebenen Schildern informierte die Sparkasse ihre Kunden: " "Heue wegen Überfall geschlossen." Die Selbstbedienungsgeräte im Eingangsbereich blieben aber in Betrieb.

""Für die Besucher von Barmen live ist genug Geld in den Automaten."

Jürgen Harmke, Sprecher der Sparkasse Wuppertal

Sparkassen-Sprecher Jürgen Harmke: "Für die Besucher von Barmen live ist genug Geld in den Automaten."

Offenbar kannten sich die dreisten Täter vor Ort gut aus. Fakt ist: Die vielbesuchte Filiale am Rolingswerth ist einer der wenigen in Wuppertal, die überhaupt noch über größere Bargeldbeträge verfügt (siehe Kasten oben). Eine Großfahndung nach dem Räuber-Duo von Barmen blieb gestern ohne Erfolg.

Die Sparkasse bietet statt klassischer Kassen offene, von Mitarbeitern bediente Auszahlautomaten an. Das simple Prinzip: Bares gibt es so nur noch aus dem Automaten. Ein Räuber müsste sich erst entscheiden, von welchem Konto welcher Betrag abgehoben wird. Potenzielle Täter werden in mehreren Sprachen daraufhingewiesen, dass es vor Ort nichts zu holen gibt. Lediglich in den Geschäftsstellen mit hohem Umsatz - wie am Rolingswerth - sind die klassischen Kassen unverzichtbar.

Die Sparkasse verzichtet seit Jahren auf die Abschottung des Personals. Der Grund: In der Vergangenheit wurden Kunden oder Mitarbeiter als Geiseln genommen, um die Herausgabe von Bargeld zu erzwingen. Dieses Risiko will die Sparkasse nicht eingehen. Deshalb gibt es zudem die Anweisung an alle Mitarbeiter, bei einem Überfall sofort Bargeld herauszugeben, um die Gefahr für die Menschen in der Geschäftsstelle so gering wie möglich zu halten.

Für Schlagzeilen sorgte im Jahr 2006 der "Gentleman-Räuber" vom Rolingswerth. Gekleidet wie ein Geschäftsmann erbeutete der 60 Jahre alte Berliner mehr als 17 000 Euro in der Filiale. Er wurde gefasst und zu mehr als sieben Jahren Haft samt Sicherungsverwahrung verurteilt. Sein Motiv: Spielsucht.

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