Die „Neue Effizienz“ will Ideen entwickeln lassen, um den Klimaschutz voranzubringen. Dafür gibt es 600 000 Euro aus einem EU-Fonds.

Will mehr Neues in die Region bringen: Jochen Stiebel bringt mit seinem Netzwerk Wirtschaft und Wissenschaft zusammen.
Will mehr Neues in die Region bringen: Jochen Stiebel bringt mit seinem Netzwerk Wirtschaft und Wissenschaft zusammen.

Will mehr Neues in die Region bringen: Jochen Stiebel bringt mit seinem Netzwerk Wirtschaft und Wissenschaft zusammen.

Stefan Fries

Will mehr Neues in die Region bringen: Jochen Stiebel bringt mit seinem Netzwerk Wirtschaft und Wissenschaft zusammen.

Wuppertal. Jochen Stiebel steht schon ein wenig stolz dar, als er den Förderbescheid aus dem Umweltschutzministerium entgegennimmt. Alexandra Landsberg überreicht ihn mit sichtlich schwungvollem Händedruck vor etwa 20 Gästen. Ihr Schreiben und dessen Übergabe erfolgen aber nur noch pro forma. Denn das Geld, knapp 600 000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, ist längst da – und bereits Grundlage der Veranstaltung.

Stiebel und seine Kollegen und Partner haben am Mittwochabend in die Alte Schmiede der Firma Knipex geladen. Wo früher Metall erhitzt, gegossen und geschmiedet wurde, findet an diesem Tag der erste Workshop des geförderten Projekts statt. Es heißt Innovationsnetzwerk GreenTec und es sollen – wie passend – Ideen für die Umweltwirtschaft geschmiedet werden.

Der Begriff Umweltwirtschaft umfasst diejenigen Unternehmen, die umweltschützende und ressourceneffiziente Dienstleistungen und Produkte anbieten. Alexandra Landsberg berichtet, dass das im Bergischen Land etwa 60 Betriebe mit 2400 Beschäftigten sind.

Die Industrie habe Hemmungen, Umweltprojekte umzusetzen

Das Projekt von Stiebel will diese mit der Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft verbinden. Denn laut Stiebel gibt es einen gut funktionierenden Anbietermarkt – aber Hemmungen auf der Seite der Industrie die Innovationen und Ideen aus der Umweltwirtschaft auch aufzunehmen. „Dort gibt es entweder Bedenken oder aber es fehlen die Kenntnisse“, sagt Stiebel. Vor allem bei kleineren Unternehmen, die keine eigenen Innovationszentren hätten.

Das Projekt „GreenTec“ will beide Seiten an einen Tisch bringen – und zwar an einen, an dem gleich etwas Neues entwickelt wird. Unter vier Überbegriffen finden bis Februar 2017 Workshops statt, bei denen sich die Teilnehmer mit den Themen Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung, Energie und Stadt von morgen befassen.

Die kommenden Termine für die GreenTec Workshops sind wie folgt: Digitalisierung: 3. November, Solingen; Energie: 30. Januar, Remscheid; Stadt von morgen: 2. Februar, Wuppertal. Alle Termine sind ausgebucht. Weitere werden nach Bedarf geplant.

Nach den Ideenschmieden sollen tatsächliche Produkte und Dienstleistungen in sogenannten Werkstätten herausgearbeitet werden – und am Ende vielleicht wirklich etwas Neues für die Beteiligten entstehen.

Damit das nicht ganz ohne Inspiration passiert, beginnt jeder Workshop mit einem „Impuls“ – einem Vortrag von einem Fachmann zu dem jeweiligen Thema.

Sven Langbein vom Zentrum für angewandte Formgedächtnistechnik, war als Experte für die Kreislaufwirtschaft da. Er stellte Metall-Produkte vor, die bei Wärmeeinwirkung wieder in eine bestimmte Form zurückspringen – etwa ein verbogener Draht, der wieder zur Büroklammer wird. Ein einfaches Beispiel für sogenannte Form-Gedächtnis-Legierungen, die etwa zur Energierückgewinnung eingesetzt werden können.

Mit diesem Eindruck gingen die Teilnehmer ans Werk. Was dabei herausgekommen ist, war nicht öffentlich. Aber es bleibt zu hoffen, dass es etwas herausgekommen ist. Denn, so Alexandra Landsberg, die Wettbewerbsfähigkeit des verarbeitenden Gewerbes hängt maßgeblich an dessen Ressourceneffizienz und Innovation – und bisher habe man auch im Bergischen Land zu wenig darin investiert.

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