Zur Grundsteinlegung für die neuen Wohnungen kamen einige Zeitdokumente in eine Röhre.

Zur  Grundsteinlegung für die neuen Wohnungen kamen einige Zeitdokumente in eine Röhre.
Dorothee Josting (Kirche), Baukirchmeisterin Elke Klemm, Architekt Eckhard Idelberger und Projektverantwortlicher Ulrich Wegemann.

Dorothee Josting (Kirche), Baukirchmeisterin Elke Klemm, Architekt Eckhard Idelberger und Projektverantwortlicher Ulrich Wegemann.

Stefan Fries

Dorothee Josting (Kirche), Baukirchmeisterin Elke Klemm, Architekt Eckhard Idelberger und Projektverantwortlicher Ulrich Wegemann.

Vohwinkel. Wie mögen sie wohl gelebt haben, die Menschen damals in längst vergangener Zeit im Jahr 2018? Das könnten sich in ferner Zukunft die Finder der Zeitkapsel an der Goerdelerstraße fragen. Bei der gerade erfolgten Grundsteinlegung zum geplanten Wohnbauprojekt auf dem ehemaligen Kirchengelände wurden verschiedene Zeitdokumente für kommende Generationen hinterlassen. Dazu gehören eine aktuelle WZ-Ausgabe, ein Gemeindebrief, Euro-Münzen und Bilder vom alten Gotteshaus.

Natürlich hat die Aktion zunächst symbolischen Charakter. Noch sind die Wohnhäuser gar nicht gebaut, die viele Jahrzehnte stehen sollen und für das Freilegen des Grundsteins erst wieder abgerissen werden müssten. Doch nichts ist für die Ewigkeit, wie das Beispiel der Evangelischen Kirche Goerdelerstraße zeigt.

Hier wurde am 24. April 1965 der Grundstein gelegt – ebenfalls mit einer Zeitkapsel. Diese kam beim Abbruch vor anderthalb Jahren wieder zum Vorschein. Die darin enthaltenen Dokumente und Erinnerungsstücke geben einen lebendigen Einblick in die Historie der Gemeinde und der Stadt. Dazu gehört unter anderem eine Urkunde des damaligen Presbyteriums, die auf den Tag der Grundsteinlegung datiert ist. Außerdem fanden sich handgezeichnete Pläne der Kirche. Zum Inhalt gehören noch Ausgaben der drei damals erhältlichen Tageszeitungen, darunter ein Exemplar des Wuppertaler General-Anzeigers, eine Kirchenzeitung und ein Hammersteiner Gemeindebrief. Abgerundet wird das Ganze von einem kompletten Satz D-Mark Münzen mit einem Fünfmarkstück aus Silber. Was mit dem Inhalt geschehen soll, wird im Presbyterium gerade beraten.

„Wir haben uns bei der jetzigen Grundsteinlegung an der alten Zeitkapsel orientiert“, sagt der für das Bauprojekt verantwortliche Presbyter Ulrich Wegemann. Dabei wurde auch die Jahreszahl 2018 im Fundament hinterlassen. Besonders wichtig ist allen Beteiligten die Erinnerung an das frühere Gebäudeensemble mit Kirche und Gemeindezentrum. Dazu soll unter anderem auch die Anordnung der neuen Häuser beitragen. Außerdem werden Teile der alten Kirchenfenster beim Projekt verbaut.

Im Bereich zwischen Westring und Goerdelerstraße entstehen drei Häuser mit insgesamt 20 Wohnungen. Bauträger sind die Evangelische Gemeinde Vohwinkel und das Unternehmen Sonnborner Bau Kontor. Ein Gebäude behält die Kirchengemeinde Vohwinkel, zwei Häuser vermarktet der Sonnborner Investor. Das Haus der Gemeinde wird sieben Mietwohnungen umfassen. Sechs davon werden barrierefrei angelegt und eine große Wohnung ist für junge Familien vorgesehen. Die beiden anderen Häuser werden in Eigentumswohnungen aufgeteilt und verkauft. „Die Resonanz von Interessenten ist bereits sehr erfreulich“, sagt Ulrich Wegemann.

Die ersten Häuser sollen Anfang 2019 bezugsfertig sein, die komplette Fertigstellung ist für Mitte des nächsten Jahres geplant. Neben den 20 Wohneinheiten ist an der Goerdelerstraße eine gemeinsame Tiefgarage mit 23 Plätzen geplant. Insgesamt fließen rund sechs Millionen Euro in den Neubau. Mit dem Bauprojekt reagiert die Evangelische Kirchengemeinde auf die Sparzwänge der letzten Jahre. Durch den Rückgang der Mitgliederzahlen und entsprechend niedrigeren Einnahmen aus Kirchensteuern waren zwei Gotteshäuser für die Gemeinde nicht mehr zu finanzieren.

Gemeindezentrum Bremkamp soll ebenso Wohnungen weichen

Auch an anderen Stellen in Vohwinkel stehen für das Presbyterium noch bauliche Entscheidungen aus. Dazu gehört das schon länger leerstehende Gemeindezentrum Bremkamp mit der ebenfalls aufgegebenen Kirche. Auch hier soll langfristig Wohnbebauung entstehen. Möglicherweise will die Gemeinde für das durchaus attraktive Gelände selbst die Vermarktung übernehmen. Dabei soll es bis Ende des Jahres eine Entscheidung geben. Deutlich schwieriger dürfte die Folgenutzung der Gemeinderäume am Dasnöckel werden. Aufgrund des schlechten baulichen Zustands des Gebäudes ist hier laut Gemeindeleitung ein Abriss kaum zu vermeiden.

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