Aufruf an Beschäftigte zur Teilnahme an den aktuellen Wahlen.

An Arbeitnehmer werden immer höhere Herausforderungen gestellt. Betriebsräte können helfen, Arbeitgebern Grenzen zu setzen.
An Arbeitnehmer werden immer höhere Herausforderungen gestellt. Betriebsräte können helfen, Arbeitgebern Grenzen zu setzen.

An Arbeitnehmer werden immer höhere Herausforderungen gestellt. Betriebsräte können helfen, Arbeitgebern Grenzen zu setzen.

dpa

An Arbeitnehmer werden immer höhere Herausforderungen gestellt. Betriebsräte können helfen, Arbeitgebern Grenzen zu setzen.

Wuppertal. 18 Schichten am Stück. Anrufe, die freie Tage unterbrechen und direkt wieder zum Arbeitsplatz führen. Ständige Überstunden. Gewerkschaftssekretärin Silke Iffländer von Verdi listet etliche Gründe und schlechte Erfahrungen auf, weshalb Arbeitnehmer an den gerade angelaufenen Betriebsratswahlen teilnehmen sollten.

„Die Arbeitsbedingungen sind unter aller Sau.“

Silke Iffländer, Gewerkschaft Verdi

Gerade in ihrem Bereich Gesundheit und Sozialwesen und speziell in privaten Altenpflegeeinrichtungen gebe es etliche nicht hinnehmbare Dinge. Sie spricht sogar von „Angstregime und Willkür“. Egal, ob der Arbeitgeber ein privater oder ein karitativer sei: „Die Arbeitsbedingungen sind unter aller Sau“, so Silke Iffländer.

Kein Wunder also sei es, dass sich derzeit auch in von großen Unternehmen ausgegliederten Einheiten wieder Betriebsräte gründen. Ihre Erfahrung, die sie mit Guido Grüning vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) teilt: Häufig versuchen Beschäftigte erst dann einen Betriebsrat zu gründen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen sei. Dann allerdings sei es mitunter zu spät.

Frank Grawunder, Betriebsratsvorsitzender eines stark expandierenden Wuppertaler Automobilzulieferers, erklärt, wie hilfreich die Einführung eines Betriebsrats gewesen sei. „Wir haben uns die Mitspracherechte wieder erkämpft“, sagt Grawunder. So sei beispielsweise der Anteil der Leiharbeiter von ehemals 60 Prozent nun nach Vereinbarung auf 25 Prozent gesenkt. Diese Leiharbeiter werden nach zwei Jahren besser bezahlt als zuvor. Sein Resümee: „Die Zusammenarbeit läuft mittlerweile besser.“ Alles Gründe, die Guido Grüning dazu veranlassen, die Betriebsratswahlen so einzuschätzen: „Einen guten Betriebsrat zu haben, ist für viele Menschen vielleicht wichtiger, als welchen Europa-Abgeordneten sie haben.“

Insgesamt stellt sich die Mitgliederentwicklung bei den Gewerkschaften so dar: Die IG Metall hat nach Angaben des 1. Bevollmächtigten Torsten Lankau zuletzt rund 650 neue Mitglieder gewonnen. Angesichts des Jobabbaus beispielsweise bei Schaeffler werde es aber schwierig, diese Zahl zu halten. Grundsätzlich wächst derzeit die Zahl der Mitglieder im Handel. Im öffentlichen Dienst, bei Transport und Verkehr sinkt die Zahl.

Bei der Gewerkschaft Verdi gab es im vergangenen Jahr erstmals seit langer Zeit wieder ein Wachstum: Rund 10.900 Mitglieder hat Verdi in Wuppertal, die IG Metall hat aktuell etwa 12.800 im Stadtgebiet.

Die Betriebsräte werden bis zum 31. Mai gewählt. Grüning macht ein klares Interesse der Belegschaften aus, mitzugestalten. „Ob Arbeitszeit, Urlaubsplanung oder Arbeitsorganisation – es gibt Fragen, die nicht jeder Einzelne mit dem Arbeitgeber aushandeln kann“, so Grüning. Insgesamt arbeiten in Deutschland etwa 42 Prozent der Arbeitnehmer in einem Unternehmen mit Betriebsrat.

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