kleinkommentar

Natürlich war er unerträglich anzusehen und zu -hören, der Neonazi-Aufmarsch vom Samstag. Geschichts-Klittereien, Hass gegen politische Gegner und implizite Holocaust-Leugnungen wurden da in einem widerlichen Selbstbewusstsein in die Straßen Wuppertals gebrüllt.

Und doch: Die Gewalt ging eindeutig von linken Gegendemonstranten aus, die den Aufmarsch ebenso wie die Polizisten, die ihr gesetzlicher Auftrag zwischen die Fronten zwingt, mit Wurfgeschossen oder Reizgas attackierten. Damit spielten die Schläger von links ihren Gegnern in die Hände, die sich am Ende als unschuldige Opfer der linken Gewalt stilisieren konnten.

Eine Lehre vom Samstag sollte also sein: Gewalt ist keine Antwort auf Parolen. Die Antwort der Menge auf dem Kirchplatz war eine bessere: Friedlich Flagge zeigen und die rechten Provokationen ignorieren. Denn dann könnten die brüllen, was sie wollten: Was niemand hört, das wirkt auch nicht.

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