Ein Discounter hatte einer Verkäuferin gekündigt, nachdem sie angeblich Damenbinden eingesteckt hatte. Das Wuppertaler Arbeitsgericht entschied, dass die Kündigung nicht rechtens war.

Wuppertal. Das Wuppertaler Arbeitsgericht hat am heutigen Dienstag die fristlose Kündigung einer Verkäuferin eines Dicounters für rechtsunwirksam erklärt. Der Frau, die seit 2001 bei dem Discounter beschäftigt war, war gekündigt worden, weil sie  angeblich ein Paket Binden im Wert von 60 Cent eingesteckt hatte.

Dabei berichtete die Klägerin, dass sie nach Geschäftsschluss an einem Samstag dringend noch ein Paket Binden benötigt habe. In Absprache mit einer Kollegin hatte sie dann ein Paket Binden mitgenommen und dafür  die entsprechenden 60 Cent auf einem Tisch im Aufenthaltsraum hinterlegt. Doch das Geld landete am Montag nicht in der Kasse, sondern wieder in der Brieftasche der Verkäuferin. Ihre Vorgesetzte soll sie zuvor noch nach den Münzen gefragt haben. Daraufhin habe sie das Geld jedoch wieder eingesteckt, statt die Binden zu bezahlen.

Bei einem ersten Gerichtstermin konnten sich die Parteien nicht auf einen Vergleich einigen. Heute gab das Arbeitsgericht der klagenden Verkäuferin  Recht. Nach Auffassung der Kammer konnte der Klägerin nicht  nachgewiesen werden, dass sie zum Zeitpunkt des Einsteckens des Geldbetrages die Arbeitgeberin schädigen und sich selbst bereichern wollte.

Gegen das Urteil kann die Arbeitgeberin Berufung beim Landesarbeitsgericht Düsseldorf einlegen. nib

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