Schuldenreduzierungen beim Bürgerservice?

 

Mit locker gestrickten Argumenten versucht die Stadtverwaltung Wuppertal die kommenden Sparmaßnahmen für die Bürger als unverzichtbar dazustellen. Es ist jedem Wuppertaler bewusst dass die Finanzmittel der Stadt mit Augenmaß eingesetzt werden müssen. Sonderbar ist es schon, dass diese missliche Lage jetzt erst entdeckt wurde und dann ohne wenn und aber durchgezogen werden soll.

Als der Döppersberg verhandelt wurde war die Finanzlage die gleiche wie heute. Trotzdem wurde das Projekt beschlossen. " Die Kasse war leer!" Wie kann der Bürger von solchen Projekten überzeugt werden, die seinen Nutzen im Vergleich zum Verlust nicht aufwiegen.

Beispiel Schauspielhaus. Nicht nur ein imposantes Gebäude, sondern für die Bürger ein Tor zur kulturellen Kommunikation und Bildung, auf die eine Großstadt im bergischen Städtedreieck nicht verzichten kann.

Beispiel Fuhlrott-Museum. Der Bürger musste nach einigem herumeiern, der Verwaltung die Schließung verschmerzen.

Wenn jetzt die Bäder in Ronsdorf und Vohwinkel auf der Streichliste der Verwaltung stehen, wie sieht es da mit dem Schulschwimmen aus.

Von morgens 8 bis 14 Uhr bevölkern Schulklassen die Bäder.

Abends sind Vereine teilweise bis nach 22 Uhr im Bad.

Dazu kommen die Bereiche Bürgerbüro und Bücherei. Es ist das Tafelsilber das sich die Wuppertalerbürger, erarbeitet haben.

Wie kann er auf diese in Jahrzehnten erarbeiteten Errungenschaften von jetzt auf gleich verzichten. Ich bin kein Pessimist, aber diese Finanzklemme, kann keine Stadt aus eigenen Mitteln stemmen.

Ob wir in Cronenberg, Ronsdorf, Vohwinkel, Beyenburg oder einem anderen Stadtteil wohnen, sollten wir uns nicht auseinander dividieren lassen, wenn es für eingefleischte Stadtteilbewohner auch hart ist, wir müssen uns alle als WUPPERTALER outen. Diese von der Stadtverwaltung eingeleiteten Maßnahmen gehen uns alle an.

Eine wirkliche Lösung kann nur in Absprache mit Land und Bund erreicht werden. Der Kommune kann von übergeordneten Gremien nur Aufgaben übertragen bekommen, für die auch Gelder zur Verfügung stehen. Die dringendste Aufgabe der Parteien ist es, auf dieser Ebene bald Lösungen vorzulegen, denn sie haben in den Rathäusern die Verwaltungen beeinflusst.

Politikverdrossenheit und Wahlmüdigkeit hat konkrete Gründe.

Gesundung der Kommune muss von der Wurzel beginnen. Alle die an dem Dilemma beteiligt waren müssen Lösungen erarbeiten. Das Spiel mit den Muskeln der Stadtverwaltung erzeugt beim Bürger Aggression und Traurigkeit.

Gerd Hensel
Wuppertal

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