Der Wuppertaler Erhard Buntrock hat eine Werkstatt in Granada eingerichtet.

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Erhard Buntrock, Geigenbauer aus Wuppertal, hilft Musikern in Nicaragua, ihre Geigen zu reparieren und die Instrumente zu pflegen.

Erhard Buntrock, Geigenbauer aus Wuppertal, hilft Musikern in Nicaragua, ihre Geigen zu reparieren und die Instrumente zu pflegen.

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Erhard Buntrock, Geigenbauer aus Wuppertal, hilft Musikern in Nicaragua, ihre Geigen zu reparieren und die Instrumente zu pflegen.

Wuppertal. Im Januar hatte der Geigenbauer Erhard Buntrock seine Elberfelder Werkstatt geschlossen und stattdessen in Nicaragua sein Wissen weitergegeben. Schon zum dritten Mal verbrachte er in Zusammenarbeit mit dem Verein „Pan y Arte“ drei Wochen in Granada, um jungen Geigern beizubringen, wie sie Bögen neu beziehen, Stimmstöcke einsetzen oder Risse in Streichinstrumenten leimen.

Vor zwei Jahren hörte Buntrock erstmals durch Bratschenprofessor Werner Dickel von dem Projekt, bei dem arme Kinder in Nicaragua Streichinstrumente erlernen. „Wir haben Instrumente und Zubehör gesammelt – aber die waren meist nicht mehr spielbar und in Nicaragua gab es niemanden, der das reparieren konnte“, erzählt Buntrock. So kam er auf die Idee, sich selbst zu engagieren und erstmals in dem lateinamerikanischen Land Geigenbauer auszubilden. Anfang und Mitte 2012 leitete er gemeinsam mit der Bogenbauerin Juliane Schanzenbach die ersten Workshops für acht junge Männer zwischen 19 und 21 Jahren.

„Die saugen das richtig auf“, lobt Buntrock. Nach den beiden Workshops waren die Nachwuchskräfte schon in der Lage, einfache Reparaturen selbst auszuführen und einen kontinuierlichen Werkstatt-Betrieb aufrecht zu erhalten. Das Geigenbau-Zentrum befindet sich nun in Granada. Direkt nebenan befindet sich eine deutsche Bücherei, für deren Aufbau sich der Wuppertaler Autor Hermann Schulz engagiert.

Das Material wird aus Wuppertal mitgebracht

Von der Stadt hat Buntrock allerdings wenig gesehen: „Wir haben in drei Wochen nur einen Tag frei gemacht, um einen Vulkan zu besteigen.“ Die restliche Zeit arbeitete er von 8 bis 20 Uhr in der Werkstatt. Übernachtet haben die beiden deutschen Geigenbauer in einer gemieteten Wohnung in einer schönen Villa.

Die Spendenbereitschaft zur Einrichtung der Werkstatt war groß: Knipex stellte Werkzeug zur Verfügung. Schwieriger war die Einwerbung von Geld für den Flug und die Verbrauchsmaterialien. „Vor Ort gibt es keinen Fachhandel für Streichinstrumente.“ Also bringt Buntrock verschiedene Holz-Sorten, Pferdehaare zum Bespannen der Bögen, Spezial-Leim oder Schulterstützen mit. Derzeit sucht „Pan y Arte“ einen Interessenten mit Erfahrung im Geigenbau für ein freiwilliges soziales Jahr in Nicaragua. Im August will Buntrock für drei Wochen nach Granada, um weiter zu unterrichten.

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