In der Uni-Mensa treffen Befürworter und erbitterte Gegner aufeinander. Die Ergebnisse der Studie werden heftig diskutiert.

So sieht der Wuppertaler Karikaturist André Poloczek die Seilbahn-Pläne.
So sieht der Wuppertaler Karikaturist André Poloczek die Seilbahn-Pläne.

So sieht der Wuppertaler Karikaturist André Poloczek die Seilbahn-Pläne.

Viele Besucher in Uni-Mensa am Dienstagabend – darunter etliche direkt von einer möglichen Seilbahn Betroffene.

Bild 1 von 2

So sieht der Wuppertaler Karikaturist André Poloczek die Seilbahn-Pläne.

Die Infoveranstaltung der Stadtwerke (WSW) am Dienstagabend in der Uni-Mensa zum möglichen Bau der Seilbahn vom Döppersberg nach Küllenhahn war mit rund 200 Teilnehmern sehr gut besucht. „Es emotionalisiert extrem“, sagt auch WSW-Geschäftsführer Ulrich Jaeger, der vor allem die Chancen für den ÖPNV sieht. So soll die Seilbahn nicht nur dank Elektroantrieb leiser und umweltschonender als Busse sein. Sie ließe sich auch mit geringeren Kosten betreiben. Theoretisch reichen zwei Mitarbeiter, die sich auf der Bergstation um den Antrieb kümmern.

Gegner wollen „bis zum Letzten gegen die Seilbahn kämpfen“

Zur Hauptverkehrszeit sollen bis zu 3500 Personen in der Stunde mit Gondeln im 30-Sekunden-Takt befördert werden. Dafür fallen Zusatzangebote wie Expresslinien zur Uni und Schulbusse zum Schulzentrum Süd weg, das reguläre Liniennetz wird nur noch im 15-, bzw. 30-Minuten-Takt bedient. Das seien Kürzungen auf dem Rücken der Fahrgäste, sagen die Gegner. „Entbehrlich“, sagt Jaeger, schließlich dauere die Fahrt vom Bahnhof zum Campus Grifflenberg nur noch sechs statt zehn und bis Küllenhahn neun statt 20 Minuten.

Viele Anwohner fürchten einen Wertverlust ihrer Immobilien. „Sind in die 50 Millionen Euro Baukosten auch unsere Entschädigungen einberechnet“, fragt ein wütender Anwohner, an dessen Grundstücksgrenze eine 70 Meter hohe Stütze stünde.

Andere sorgen sich um ihre Privatsphäre oder fürchten, dass Müll in die Garten geworfen werden kann. Jaeger versprach nach Möglichkeiten, etwa Milchglas im unteren Bereich nicht zu öffnender Scheiben, zu suchen.

Die Gegner sind nicht überzeugt: „Wir werden bis zum Letzten gegen die Seilbahn kämpfen“, sagt einer.

Das befürchtet auch Elberfelds Bürgermeister Hans-Jürgen Vitenius. „Wenn wir heute die Schwebebahn bauen würden, würden wir an Bürokratie und Rechthaberei scheitern“, sagte er. Auch Befürworter haben sich zu Wort gemeldet: „Ich frage mich, ob genauso sensibel mit den Anwohnern umgegangen wird, wenn 40 zusätzliche Busse mit Lärm und Abgasen an ihren Häusern vorbeifahren.“

Oberbürgermeister Peter Jung hat die Brisanz des Themas erkannt. „Das ist kein Thema, das wir gegen den Willen der Mehrheit durchsetzen werden.“

Leserkommentare (77)


() Registrierte Nutzer