NGG setzt sich für Verbesserung bei der Arbeitszeit ein.

Für die rund 123 000 Beschäftigten in Wuppertal hängt viel davon ab, wie die politischen Weichen in Berlin gestellt werden. Mit Blick auf eine mögliche Neuauflage der Großen Koalition hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) jetzt eine „Arbeits- und Sozial-Agenda“ gefordert. Diese sieht unter anderem Reformen beim Mindestlohn (Aufzeichnungspflicht durch den Arbeitgeber, Erhöhung der Lohngrenze) sowie in der Krankenversicherung (Wechsel zu einer solidarischen Bürgerversicherung, in die alle – auch Beamte und Selbstständige – einzahlen) vor.

Die Arbeitszeit ist der NGG Düsseldorf-Wuppertal dabei besonders wichtig: 33 400 Menschen in Wuppertal haben nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur eine Teilzeit-Stelle – trotz Hochkonjunktur. Das sind 22 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Dabei werden 76 Prozent aller Teilzeit-Jobs von Frauen erledigt. Gewerkschafter Torsten Gebehart sieht in den Zahlen einen klaren Auftrag an eine neue Bundesregierung: Nötig sei ein verbrieftes Rückkehrrecht auf Vollzeit. Genau dafür habe bereits ein Gesetz auf dem Tisch gelegen, das jedoch am Widerstand der Union gescheitert sei. Sollte es wieder zur Koalition von CDU/CSU und SPD kommen, dürfe diese „Von-Teilzeit-zu-Vollzeit-Garantie“ nicht noch einmal verschleppt werden.

Gebehart: „Die nächste Bundesregierung hat die Chance zum Umsteuern. Gut gefüllte Haushaltskassen bieten den Spielraum für Reformen, von denen die Beschäftigten heute, aber auch die der nächsten Generation etwas haben.“ Red

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